United-Personal: Der Neun-Milliarden-Dollar-Verzicht - DER SPIEGEL
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United-Personal Der Neun-Milliarden-Dollar-Verzicht

Die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt fliegt immer schneller der Pleite entgegen. Jetzt will United Airlines sparen wie nie zuvor - zum Großteil bei den Angestellten. Doch die wehren sich.
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Chicago - Dass "Blut fließen" würde, das wusste der ehemalige United-Chef James Goodwin bereits Ende November letzten Jahres. Goodwin ahnte Böses, und er sollte recht behalten.

Schon vor dem 11. September hatte United ein Kostenproblem, und die Terroranschläge sollten dem amerikanischen Flieger fast das Genick brechen. Nun sind die Zahlen der United-Mutter UAL tiefrot. Und jetzt sollen die Angestellten bluten: United will die Gehälter seiner Angestellten um etwa zehn Prozent senken und damit 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr einsparen. Ebenfalls sollen die United-Angestellten künftig auf einen Teil der Zuschüsse für die medizinische und zahnmedizinische Vorsorge verzichten - ansonsten könne das Unternehmen gleich Konkurs , sagt die Unternehmensleitung.

In den nächsten sechs Jahren will die hoch verschuldete Fluggesellschaft ihre Kosten um insgesamt 15 Milliarden Dollar senken. Jährlich wolle man etwa 2,5 Milliarden Dollar einsparen, erklärte die Konzernleitung am Freitag. Bereits in den letzten Wochen hatte United gedroht, dass das Unternehmen bald Konkurs müsste, sofern es nicht gelinge, die Kosten dramatisch zu senken.

Die Muttergesellschaft UAL hatte für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 341 Millionen Dollar ausgewiesen und damals gesagt, sie erwarte auch für das Gesamtjahr ein deutliches Defizit. Werde das jährliche Sparziel erreicht, sei es auch wahrscheinlicher, dass die Gesellschaft eine 1,8-Milliarden-Dollar-Kreditgarantie der US-Hilfsbehörde ATSB erhalten werde. Und die braucht United dringend.

Die ATSB war nach den Terrorattacken vom 11. September gebildet worden, als die Passagierzahlen der amerikanischen Fluggesellschaften stark zurückgingen. Die Behörde vergibt die Kredite jedoch nur dann, wenn die Airlines unerbittlich sparen. United braucht die staatliche Garantie für einen Gesamtkredit von zwei Milliarden Dollar, weil sie am Ende des Jahres hohe Schulden zurückzahlen muss. Den Gewerkschaften will jedoch die Rechnung der Firmenleitung nicht einleuchten.

"Sie fordern von uns einen Neun-Milliarden Dollar-Verzicht um einen Zwei-Milliarden-Dollar-Kredit zu erhalten. Hier sehen wir ein Problem", sagte ein Gewerkschaftssprecher der "Washington Post". Zudem seien die Mitarbeiter über die angekündigten Lohnkürzungen wütend und von der Konzernleitung enttäuscht. "Wir fühlen uns, als hätte man uns eine Ohrfeige gegeben", sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Herb Hunter. Die Sparvorstellungen der Airline gingen deutlich weiter als diejenigen Vereinbarungen, auf die man sich im Sommer geeinigt habe. Das jetzige Angebot sei "inakzeptabel und unrealistisch". John Creighton, der Interimschef der UAL, hatte den Gewerkschaften erst kürzlich eine Frist bis zum 15. September gesetzt, falls die Arbeitnehmer keine weitreichenden Zugeständnisse machten. Andernfalls bleibe nur der Gang zum Konkursrichter.