Unruhen befürchtet Sabena vor dem Aus
Düsseldorf - Die defizitäre Staatslinie stehe bei ihren Gläubigern mit 2,5 Milliarden Euro in der Kreide, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf belgische Regierungskreise. Nach der Einleitung des Konkursverfahrens würde am Donnerstag der gerichtlich garantierte Gläubigerschutz erlöschen. Außer der britischen Gesellschaft Virgin Express habe noch kein möglicher Investor Interesse signalisiert. Virgin-Chef Richard Branson biete aber nur 20 Millionen Euro.
Die Unternehmensleitung will dagegen dem Vernehmen nach den Konkurs der Fluggesellschaft nutzen, um sie über die Regionalflug-Tochter DAT als eine Art "Sabena Light" neu zu starten. Bei diesem Szenario würde mindestens die Hälfte der noch rund 12.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Nach Angaben der Zeitung "De Standaard" bräuchte das Nachfolgeunternehmen nur rund 2600 Beschäftigte.
Unterdessen hat die belgische Regierung seit Montagmorgen am Flughafen Brüssel-Zaventem 150 zusätzliche Polizisten stationiert, um Unruhen abzuwenden, wenn der Konkurs bekannt gegeben wird. "Sollte das Konkursverfahren eröffnet werden, könnten die Abläufe am Flughafen gestört werden", sagte der Sprecher des belgischen Innenministeriums, Laurent Paneels.