»Unschuld verloren« - DER SPIEGEL
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TOURISMUS »Unschuld verloren«

Martin Uitz, Tourismus-Chef Salzburger Land, über ausbleibende Urlauber
• aus DER SPIEGEL 8/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Welche Folgen hat der Regierungswechsel in Österreich für das Tourismus-Geschäft?

Uitz: Wir haben einige dutzend Briefe bekommen. Die Leute schreiben: »Wir lieben euer Land. Aber die neue Situation macht es uns unmöglich zu kommen.« Das macht mir Sorgen, denn hinter jeder Stimme, die sich erhebt, stehen hunderte von Leuten, die ähnlich denken.

SPIEGEL: Wie viele haben schon abgesagt?

Uitz: Auffällige Storno-Zahlen gibt es noch nicht. Zwei belgische Schulklassen haben ihren Ski-Urlaub abgesagt. Wir vermuten, dass es im wallonischen Teil Belgiens sogar entsprechende offizielle Anweisungen gibt. Probleme erwarte ich erst für die Zukunft. Bislang hatten wir das Image von Gastfreundlichkeit und Gemütlichkeit, nun kommt mit Haider eine für uns unerfreuliche Facette dazu.

SPIEGEL: Was wollen Sie nun tun?

Uitz: Ich halte nichts davon, jetzt schwammig über die schöne Landschaft zu reden. Die Gäste erwarten ein klares demokratisches Statement, das sollen sie bekommen. Unseren Slogan »ein kleines Paradies« wollen wir jedenfalls nicht ändern.

SPIEGEL: Was ist für Sie schlimmer - Waldheim oder Haider?

Uitz: Durch Waldheim haben wir unsere Unschuld verloren, vor allem bei den US-Touristen. Mit Haider stehen wir nun überall in der Kritik. Einen Trost aber habe ich: Generell scheint Urlauber die Politik kaum zu kümmern.

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