Unterhaltungsindustrie Hoffen auf den Weihnachtsmann
Berlin - Während für die meisten anderen Branchen kein Auftragsboom als zündender Impuls in Sicht ist, blicken die Hersteller der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik freudig gespannt nach Berlin. Denn auf der Funkausstellung (25. August bis 2. September) können die Auftragsbücher meist prall gefüllt werden. Auf dem weltweit bedeutendsten Branchentreff wurden nach Berechnungen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) bei der letzten Ifa Aufträge zwischen drei und vier Milliarden Mark erteilt.
Insgesamt bleibt die Branche denn auch bei der bereits im Frühjahr gegebenen Prognose, dass der Umsatz nach zehn Prozent Plus im Vorjahr in diesem Jahr um sechs Prozent auf rund 40 Milliarden Mark steigen wird. Gfu-Aufsichtsrats-Chef Rainer Hecker ist zuversichtlich, dass die Nachfrage nun wieder anzieht.
Der internationale Handel deckt sich mit den vorgestellten Neuheiten für das Herbst- und vor allem für das Weihnachtsgeschäft ein. Die Zauberworte für die Branche heißen Digitalisierung und DVD. Die digitale Zeitwende, wie es die Branche formuliert, die eine Vernetzung von Unterhaltungselektronik, Telekommunikation, Informationselektronik und Inhalten (Programme und Dienste) ermöglicht, sei vergleichbar mit der Einführung des elektronischen Fernsehens vor 70 Jahren durch Manfred von Ardenne.
Als Branchenliebling haben sich DVD (Digital Versatile Disc)-Spieler entpuppt. Auf der Ifa sind DVD-Player deshalb ein Hoffnungsträger. Es wird auf den bisher "einmaligen Siegeszug" verwiesen. Während CD- und Videorecorder jeweils fünf Jahre brauchten, bis eine Million Geräte verkauft wurde, habe DVD dies bereits in vier Jahren geschafft. Zudem beginnt eine neue Ära mit der Möglichkeit zur Aufzeichnung auf Videorecorder mit Festplatte und DVD-Player. MP3-Spieler und digitale Camcorder sollen ebenfalls den Absatz ankurbeln.
Zudem gibt es laut gfu auch eine weiter gute Nachfrage nach TV-Geräten. Neue Plasma-Flachbildschirme seien ebenso gefragt wie Projektionsgeräte. Ein kontinuierliche Nachfrage bestehe zudem für die Ausmusterung von Altgeräten. Diesen Bedarf beziffert die gfu auf über 4,5 Millionen Stück. Trübe sind hingegen die Erwartungen für die private Nachfrage nach Handys und Computern. Nach sehr hohen Zuwachsraten in den vergangenen Jahren ist wegen einer allgemeinen Marktsättigung nun mit einer deutlichen Abflachung dieser Nachfrage zu rechnen, lautet die Prognose.