Unternehmen BHW-Chef Wagner muss gehen
Hameln - Dem 56-jährigen BHW-Chef werden vor allem jahrelange Verluste bei der Hypothekenbank AHBR angelastet, an der der BHW beteiligt ist. Er habe im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat seine Ämter im BHW Konzern niedergelegt, teilte das Unternehmens nach einer Sitzung des BHW-Aufsichtsrates mit.
Wagner habe als Vorstandsvorsitzender die BHW Gruppe im Markt auf Basis einer unternehmens- und vertriebspolitischen Unabhängigkeit positioniert. Aufgrund der nunmehr bestehenden Verkaufsabsichten werde diese Position von den Großaktionären des BHW nun nicht mehr gewünscht.
Im März war die Deutsche Postbank beim BHW eingestiegen und hatte Interesse an einer Übernahme signalisiert. Die Postbank hatte von der Versicherungsgruppe ERGO ein BHW-Aktienpaket in Höhe von 9,2 Prozent erworben.
Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann hatte aber betont, die Postbank habe "keinerlei Interesse" an der Hypothekenbank AHBR, deren Großaktionäre wiederum BHW und BGAG sind. Die Hypothekenbank AHBR hat seit Ende der 90er Jahre insgesamt rund eine Milliarde Euro Verlust gemacht und zwischenzeitlich auch BHW die Bilanz verhagelt.
Beim BHW-Konzern war 2004 der Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr auf 64 (150) Millionen Euro gesunken. BHW betreut derzeit knapp 3,7 Millionen Kunden und beschäftigt konzernweit rund 5000 Mitarbeiter.
Der 54-jährige Henning R. Engmann wird am 1. Juli Wagners Chefposten übernehmen. Er ist seit April 2002 im Vorstand der BHW Holding AG für den Unternehmensbereich Bilanzen und Controlling verantwortlich war. Engmann wurde zugleich zum Vorsitzenden des Vorstands der BHW Bausparkasse AG bestellt.