Aktienmärkte schließen im Minus - DER SPIEGEL
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Angst um Zypern Aktienmärkte schließen im Minus

Die geplante Steuer auf zyprische Bankguthaben sorgt für Wirbel an den Aktienmärkten. Am Montag sackten vor allem die Finanzwerte deutlich ins Minus. Der ganz große Absturz blieb aber aus.
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Paris/London - Sorgen um Zypern und eine mögliche Zwangsabgabe auf Sparguthaben haben am Montag die Aktienkurse europaweit ins Minus gedrückt. Nach einem Schock am Morgen erholten sich die Werte bis zum Abend aber etwas.

Der deutsche Aktienindex Dax   fiel bis zum Handelsschluss um 0,4 Prozent auf 8010 Punkte. Der EuroStoxx 50   büßte 0,7 Prozent auf 2705 Punkte ein. Der CAC 40   in Paris verlor 0,5 Prozent auf 3825 Punkte. Der Londoner FTSE 100   gab um 0,5 Prozent auf 6457 Punkte nach.

Am Wochenende hatten die Euro-Finanzminister beschlossen, dass Hilfen nur gewährt werden sollen, wenn zyprische Bankkunden mit einer Zwangsabgabe zur Rettung ihres Bankensektors beitragen.

Bankaktien gehörten denn auch zu den großen Verlierern am Montag. Aktien der Deutschen Bank  sackten als schwächster Dax-Wert um 1,9 Prozent auf 33,46 Euro ab. Die britische Barclays   verlor sogar 4,4 Prozent.

"Mit der Aufhebung der Einlagensicherung ist nun ein weiteres Tabu gebrochen worden", sagte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG. "In diesem Kontext dürften sich die Bankkunden verbleibender, krisengeplagter Staaten an der Euro-Peripherie so ihre Gedanken machen."

Auch Ökonomen zeigten sich besorgt: "Ich finde das ist ein Unding", sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest. "In Europa gibt es eine klare Haftungsfolge: Erst kommt das Eigenkapital, dann das Fremdkapital, und erst dann die Sparer."

Nach Einschätzung der Rating-Agentur Moody's hat die angepeilte Zwangsabgabe in Zypern nicht nur für heimische Bankkunden schwerwiegende Folgen. Auch für Gläubiger von Banken anderer europäischer Länder ergäben sich negative Implikationen, heißt es am Montag. So erhöhe die Entscheidung der Euro-Gruppe vom Wochenende das Risiko der Kapitalflucht aus anderen Euro-Krisenländern.

stk/dpa-AFX