Amazon Großbritannien Unternehmensteuer - DER SPIEGEL
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Geldströme nach Luxemburg Fahnder prüfen Steuerkniff von Amazon

Drei Milliarden Pfund Umsatz - und so gut wie keine Unternehmensteuer: Der Internet-Riese Amazon hat einen Weg gefunden, den britischen Fiskus zu umgehen, indem er die Bezahlungen über eine Zentrale in Luxemburg abrechnet. Wegen einer Untersuchung steigt der Druck auf das Unternehmen.
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Hamburg - Das Online-Versandhaus Amazon steht in Großbritannien im Kreuzfeuer der Kritik. Am Donnerstag widmen sich mehrere große Tageszeitungen den Steuerkniffen des Internet-Riesen. Allein im vergangenen Jahr habe der Konzern rund 3,3 Milliarden Pfund verdient und darauf so gut wie keine Unternehmensteuer gezahlt, schreibt unter anderem der "Guardian" .

Die Zeitung beruft sich auf ein Dokument, das der Konzern bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Demzufolge ermittelten die britischen Steuerbehörden in dem Fall. Laut "Daily Telegraph"  handelt es sich um eine Routineuntersuchung. Die allerdings könnte es in sich haben. Denn es geht um viel Geld.

Am 21. März hatte bereits das Fachmagazin "The Bookseller"  über Amazons Steuersparmodell berichtet. Das funktioniert demnach wie folgt: Der Konzern betreibt zwar große Dependancen in Ländern wie Großbritannien, um das örtliche Versandgeschäft abzuwickeln. Offiziell firmiert Amazon Großbritannien als Unternehmen zum Ausführen von Aufträgen. Die Zahlungen dagegen laufen über eine Zentrale in Luxemburg, die sogenannte Amazon EU Sarl. Diese firmiert als Besitzerin des Großbritannien-Geschäfts.

Laut "Guardian" hat der Konzern in Großbritannien in den vergangenen drei Jahren zwischen 7,6 und 10,3 Milliarden Pfund umgesetzt. Gemessen an der durchschnittlichen Marge des Unternehmens - sie liegt bei 3,5 Prozent - wären zu versteuernde Gewinne von 266 bis 360 Millionen Pfund angefallen. Und damit Unternehmensteuern von rund hundert Millionen Pfund. Tatsächlich aber habe das Unternehmen in den vergangenen neun Jahren insgesamt nur drei Millionen Pfund Unternehmensteuer gezahlt. Wie viel Steuern in Luxemburg anfallen, ist nicht bekannt.

Amazon äußerte sich nicht konkret zu den Berichten. Auch nicht dazu, inwieweit auch Gewinne aus Deutschland nach Luxemburg abgeführt werden. In einer schriftliche Anfrage von SPIEGEL ONLINE hat das Unternehmen entsprechende Fragen nicht beantwortet.

ssu

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