Amazon-Mitarbeiter protestieren gegen Ver.di - DER SPIEGEL
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Streit über Löhne Amazon-Mitarbeiter protestieren gegen Ver.di

Im Streit über höhere Löhne distanzieren sich Hunderte Amazon-Mitarbeiter von der Gewerkschaft Ver.di. In einer Unterschriftenaktion beklagen sie ein "negatives Bild", das sie "bis ins Privatleben" verfolge.
Amazon in Bad Hersfeld: Unterschriftenaktion gegen Ver.di
Amazon in Bad Hersfeld: Unterschriftenaktion gegen Ver.di

Amazon in Bad Hersfeld: Unterschriftenaktion gegen Ver.di

Foto: Uwe Zucchi/ dpa
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Osnabrück - Unterschriftenaktion gegen Ver.di: Mehr als tausend Beschäftigte des Internet-Versandhändlers Amazon haben sich einem Bericht zufolge von der Gewerkschaft distanziert. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") berichtete, erklärten 1018 Mitarbeiter der Standorte Leipzig und Bad Hersfeld bereits Ende Dezember, dass sie sich "distanzieren von den derzeitigen Zielen, Argumenten und Äußerungen der Ver.di, die in der Öffentlichkeit über Amazon und damit über uns verbreitet werden".

Die Unterschriftenaktion wurde bereits im Dezember bekannt. Damals hatten Mitarbeiter dem Management 700 Pro-Amazon-Unterschriften überreicht. Bundesweit unterhält Amazon acht Versandzentren und beschäftigt 9000 Mitarbeiter.

Mit ihrer Unterschrift erklärten die Mitarbeiter dem Bericht zufolge, dass das von Ver.di erweckte "negative öffentliche Bild" sie "bis ins Privatleben" verfolge. Die Darstellungen der Gewerkschaft entsprächen "nicht der Realität und nicht unserem täglichen Arbeitsleben", zitierte die "NOZ" aus der Erklärung.

Ver.di: Nehmen die Sorgen zu Kenntnis

Ein Ver.di-Sprecher sagte der Zeitung, es komme vor, dass nicht immer alle Mitarbeiter einverstanden seien mit dem Vorgehen der Gewerkschaft. Es sei jedoch bedenklich, dass einige Mitarbeiter offenbar gar nicht mehr auf die Idee kämen, dass eine dauerhafte Beschäftigung oberhalb eines doch eher geringen Verdienstes zu erreichen sei. Er nehme die Sorgen der Unterzeichner zur Kenntnis.

In der Woche vor Weihnachten hatten täglich Hunderte Amazon-Beschäftigte in den Versandhandelszentren Leipzig und Bad Hersfeld für Tarifverhandlungen gestreikt. Sie fordern einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels.

Das Amazon-Management lehnt Verhandlungen ebenso wie eine Tarifbindung bisher ab. Das Unternehmen orientiert sich an der niedrigeren Bezahlung in der Logistikbranche. Ver.di hat bereits angekündigt, die Streiks bei Amazon in diesem Jahr fortzusetzen und möglicherweise auf weitere Standorte auszuweiten.

cte/AFP