Amazon: Zusteller-Pläne beunruhigen Paketbranche - DER SPIEGEL
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Alternative zu Zulieferern Amazons Pläne beunruhigen Paketbranche

Mit eigenen Paketstationen und Zustellern könnte sich Amazon unabhängiger von anderen Paketdiensten machen. Die Branche ist alarmiert.
Mitarbeiter der Deutsche Post DHL: Amazon will sich unabhängiger machen
Mitarbeiter der Deutsche Post DHL: Amazon will sich unabhängiger machen

Mitarbeiter der Deutsche Post DHL: Amazon will sich unabhängiger machen

Foto: Maurizio Gambarini/ picture alliance / dpa
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Bei der Zustellung seiner Lieferungen ist der Internethändler Amazon weitgehend auf andere Paketdienste angewiesen. Um sich unabhängiger zu machen, plant der US-Konzern auch in Deutschland in der Zustellung Fuß zu fassen. Das setzt die klassischen Anbieter unter Druck: "Es gibt eine gewisse Nervosität", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik, Florian Gerster.

Amazon testet bereits seit längerem in einem Verteilzentrum in der Nähe von München die Zustellung in Eigenregie. Auch in anderen Metropolen sollen Verteilzentren in Stadtnähe aufbaut werden. Laut einem Zeitungsbericht plant das Unternehmen zudem, in Deutschland vollautomatische Packstationen zu installieren.

Amazon sei ungemein kapitalstark und ein Unternehmen, das Branchen auf Trab bringen könne, sagte Gerster. Dabei zeigte sich der Verbandschef sicher, dass es in Ballungsgebieten den Versuch geben werde, eine Teilkonkurrenz aufzubauen.

Kritik innerhalb der Branche

Aber auch untereinander beharken sich die Paketzusteller. Zielscheibe der Kritik ist der Branchenprimus Deutsche Post DHL. So warf Gerster dem Unternehmen erneut unfaire Wettbewerbspraktiken im Paketgeschäft vor: Das Geldverdienen sei schwierig geworden, "die Margen sind gering, darunter leiden unsere Unternehmen".

Die Post stütze das Paketgeschäft mit dem hochprofitablen Briefbereich und könne so die Preise drücken. Ein Postsprecher wies den Vorwurf als haltlos zurück. Die Bundesnetzagentur habe bereits im März 2015 nach mehrjährigen Untersuchungen festgestellt, dass es eine Quersubventionierung nicht gebe.

Gerster forderte den Bund auf, sich von seinen Anteilen an der Post zu trennen, um Interessensgegensätze zwischen Aktionär auf der einen und Regulierer auf der anderen Seite zu beseitigen. "Dieser Widerspruch muss aufgelöst werden", sagte er. Derzeit hält der Bund noch ein Aktienpaket von 21 Prozent an der Post.

brk/dpa

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