Amazon steigt ins Spenden-Business ein - DER SPIEGEL
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Neuer Service Amazon steigt ins Spenden-Business ein

Amazon startet einen neuen Service: Kunden des Onlinehändlers können künftig mit ihren Einkäufen soziale Einrichtungen unterstützen. Amazon verspricht, ein halbes Prozent der Einkaufssumme zu überweisen.
Amazon-Logistikzentrum (in Werne)
Amazon-Logistikzentrum (in Werne)

Amazon-Logistikzentrum (in Werne)

Foto: Ina Fassbender/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Amazon bringt seinen Service AmazonSmile von den USA auch nach Deutschland und Österreich. Kunden können demnach online  eine soziale Organisation auswählen, die sie unterstützen wollen. Nach dem Shoppen zahlt Amazon dann ein halbes Prozent der Einkaufssumme an die Einrichtung. "Einkaufen und dabei etwas Gutes tun, passt zu unseren Kunden", sagte Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber.

Dem Unternehmen zufolge haben sich schon jetzt mehrere Tausend Organisationen aus Deutschland und Österreich registriert und auf Antrag sollen weitere Einrichtungen aufgenommen werden. "Die Kunden können damit ihren Fußballverein im Ort unterstützen, ein Tierheim oder große, international tätige Organisationen", sagt Kleber. "Sie müssen nicht in die eigene Tasche greifen, sondern dürfen Amazon in die Tasche greifen."

Laut Amazon wird es weder eine Obergrenze für einzelne Summen geben, noch eine Limitierung des Gesamtbetrags der über den neuen Service erzielt werden kann. Ausgenommen sind allerdings Abonnements, die nur beim ersten Kauf qualifiziert sind und digitale Artikel.

Der Grund für das soziale Engagement erklärt Amazon auch mit der Kundenbindung. "Natürlich schauen wir immer, was gibt es alles auf der Welt, was dem Kunden noch einen Mehrwert, einen zusätzlichen Grund gibt, bei uns einzukaufen." Der Vorteil für das Unternehmen: Weil die Summe prozentual an die Einnahmen geknüpft ist, kann es die Kosten gut abschätzen.

Das Unternehmen hat zwei große bekannte Organisation als Werbepartner gewonnen. So lässt sich Bernd Siggelkow, Vorstand des Kinder- und Jugendwerks "Die Arche" mit dem Satz zitieren: "Wir freuen uns, dass wir bei AmazonSmile mit dabei sind und dass die Kinder der Arche von diesem vielversprechenden Weg sowie Amazons Infrastruktur profitieren können." Auch der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter, erhofft sich so "neue Unterstützergruppen zu erreichen".

In den USA gibt es diese Möglichkeit der Unterstützung schon seit drei Jahren. In der Zeit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 37 Millionen Dollar an rund 170.000 soziale Organisationen ausgeschüttet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war davon die Rede, dass Amazon spendet und dies auch steuerlich absetzen kann. Das Unternehmen teilte dazu mit, dass es sich steuerrechtlich nicht um Spenden handelt: "Die Zahlungen werden von Amazon Europe Core S.à r.l. Luxemburg geleistet und an die deutschen und österreichischen Organisationen überwiesen. Die geleisteten Zahlungen werden als abzugsfähiger Aufwand behandelt."