Amazon will Saisonarbeiter länger beschäftigen - DER SPIEGEL
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Nach Gewerkschaftskritik Amazon will Saisonarbeiter länger beschäftigen

Hat Amazon noch unmittelbar vor Weihnachten hunderte von Saisonarbeitern entlassen? Der Internetversandhändler weist diesen Vorwurf zurück. Ein Teil der Aushilfskräfte werde übernommen, die meisten davon für mindestens ein Jahr.
Amazon-Mitarbeiterin in Brieselang: Die Streiks gehen weiter
Amazon-Mitarbeiterin in Brieselang: Die Streiks gehen weiter

Amazon-Mitarbeiterin in Brieselang: Die Streiks gehen weiter

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ REUTERS
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München - Der Umgang von Amazon   mit seinen Mitarbeitern bewegt seit Wochen die Gemüter. Mit Streiks kämpften Arbeitnehmer in mehreren Logistikzentren bis kurz vor Weihnachten für einen besseren Tarifvertrag, den das Unternehmen bislang ablehnt. Am Dienstag berichtete die Gewerkschaft Ver.di dann, Amazon habe in Brieselang bei Berlin noch am Tag vor Heiligabend 600 befristet Beschäftigte einbestellt und ihnen die Kündigung ausgesprochen.

Das Unternehmen bestritt die Vorwürfe und teilte mit, man wolle befristet Beschäftigte vielmehr längerfristig übernehmen. Zahlen wurden jedoch zunächst nicht genannt.

Die hat Amazon nun nachgereicht: Das Unternehmen teilte am Freitagabend in München mit, die neun deutschen Logistikzentren würden bundesweit 1300 Saisonkräfte übernehmen, "einen Teil davon in unbefristete Positionen, den Großteil mindestens bis zum 31.12.2014". Ursprünglich waren die Mitarbeiter nur für das diesjährige Weihnachtsgeschäft eingestellt worden.

Bisher bietet Amazon in Deutschland nach eigenen Angaben 9000 feste Arbeitsplätze. Für das Weihnachtsgeschäft 2013 wurden zusätzlich rund 14.000 Saisonarbeiter eingestellt.

"Unsere neuen Mitarbeiter verdienen mindestens 9,55 Euro pro Stunde im ersten Jahr, danach mindestens 10,47 Euro pro Stunde", heißt es in der Mitteilung. "Hinzu kommen Boni, kostenlose Versicherungsleistungen und Altersvorsorge." Ver.di fordert jedoch einen Stundenlohn von mindestens 10,66 Euro.

Die Gewerkschaft will bei Amazon Verhandlungen über einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels erreichen. Amazon orientiert sich bisher an den günstigeren Kondition der Logistikbranche.

Nach SPIEGEL-Informationen sollen die Streiks den Logistikzentren Bad Hersfeld und Leipzig auch nach den Feiertagen und zu Beginn des neuen Jahres fortgesetzt werden. Diese Zeit ist für Amazon fast ebenso wichtig wie die umsatzstarke Vorweihnachtssaison, da dann überdurchschnittlich viele Rücksendungen abgewickelt werden.

dab/dpa