Modekette American Apparel will Personal entlassen
American-Apparel-Laden in New York: Stolz auf die US-Produktion
Foto: Justin Lane / dpa / picture allianceAmerican Apparel ist unheimlich stolz auf die Produktion in den USA, doch das Personal scheint dem Modehersteller zu teuer zu werden. Das Unternehmen, das seit Jahren gegen sinkende Umsätze kämpft, will Stellen streichen und Filialen schließen. In den kommenden 18 Monaten wolle die Kette 30 Millionen Dollar (27 Millionen Euro) einsparen, teilte American Apparel mit. Dazu würden "leistungsschwache" Filialen geschlossen. Einzelheiten nannte das Unternehmen nicht.
Die Modekette hat 239 Filialen in rund 20 Ländern, 135 davon in den USA. Rund 10.000 Menschen arbeiten für die Firma. Auch in mehreren deutschen Großstädten gibt es Niederlassungen.
American Apparel legt in seinen Kampagnen großen Wert auf die Feststellung, ausschließlich in den USA zu produzieren - und nicht wie die Konkurrenz in Niedriglohnländern in Asien. Doch die Verkäufe gehen seit 2010 zurück. Die europäischen Ketten wie H&M und Zara sind günstiger und tauschen ihre Kollektionen schneller aus. Dazu kommen der starke Dollar und die Konkurrenz der Online-Anbieter.
Die noch neue Chefin Paula Schneider erklärte, sie fühle sich verpflichtet, das Unternehmen in die Gewinnzone zurückzuführen. Die angekündigte Sparrunde werde aber nicht ausreichen. American Apparel brauche zusätzlich frisches Kapital in den kommenden zwölf Monaten. Eine Garantie auf Erfolg gebe es nicht, warnte das Unternehmen.
American Apparel war im vergangenen Jahr in den Schlagzeilen, weil der Gründer Dov Charney seinen Rausschmiss nicht akzeptieren wollte und immer noch dagegen ankämpft. Ihm waren "Fehlverhalten und sexuelle Belästigung" vorgeworfen worden. Charney hatte American Apparel 1989 im kanadischen Montreal gegründet und den Firmensitz später nach Los Angeles verlegt.