Apple-Geschäftszahlen: iPhone top, iPad flop - DER SPIEGEL
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Apple-Geschäftszahlen iPhone top, iPad flop

Apple hat im vergangenen Quartal einen Gewinn von 7,7 Milliarden Dollar eingefahren - vor allem dank seiner iPhones. Schlechter lief das Geschäft mit iPads. Auch Konkurrent Microsoft legte durchwachsene Zahlen vor.
Apple-Logo in New York: 13 Prozent Plus bei den iPhone-Verkäufen
Apple-Logo in New York: 13 Prozent Plus bei den iPhone-Verkäufen

Apple-Logo in New York: 13 Prozent Plus bei den iPhone-Verkäufen

Foto: AP/dpa
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Cupertino - Apple bleibt dank starker Verkäufe seiner iPhones eine Geldmaschine. Im vergangenen Quartal machte der Konzern 7,7 Milliarden Dollar Gewinn. Das waren 12,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz verbesserte sich in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um sechs Prozent auf 37,4 Milliarden Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Die iPhone-Verkäufe verbesserten sich um 13 Prozent auf 35,2 Millionen Geräte. Dabei ist das Quartal oft von Zurückhaltung geprägt, denn es ist absehbar, dass im Herbst die neuen iPhone-Modelle kommen. Der Absatz der iPad-Tablets sank hingegen im Jahresvergleich um neun Prozent auf knapp 13,3 Millionen Geräte.

Die hohe iPhone-Nachfrage wurde zu einem großen Teil von Ländern wie China, Brasilien, Russland und Indien getragen, wie Apple-Chef Tim Cook dem "Wall Street Journal" sagte. Allein in China seien die iPhone-Verkäufe um 48 Prozent gestiegen.

Mit einer Umsatzprognose von 37 bis 40 Milliarden Dollar für das angebrochene Quartal enttäuschte Apple allerdings die Erwartungen der Börsianer. Die Aktie gab nachbörslich zunächst um rund ein Prozent nach. Die zurückhaltende Prognose könnte auf einen Start der neuen iPhone-Modelle Ende September hinweisen. Denn es wird eine sehr starke Nachfrage nach den neuen Geräten erwartet, die laut Medienberichten größere Bildschirme mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll bekommen sollen (knapp 12 und knapp 14 cm). Nach Informationen des "Wall Street Journal" bestellte Apple für die erste Produktionsrunde 70 bis 80 Millionen iPhones der neuen Generation.

Die Konkurrenz hat günstigere Geräte

Dagegen bekommt Apple die iPad-Verkäufe trotz verbesserter Modelle nicht in Schwung. Der Absatz fiel im Vergleich zum zweiten Geschäftsquartal um fast ein Fünftel. Marktforscher rechnen zwar nach wie vor damit, dass die Geräteklasse im kommenden Jahr bei den Stückzahlen die traditionellen PC überholt. Allerdings lassen die Absatzrückgänge beim Marktführer die Frage aufkommen, ob der Tablet-Boom eine Pause einlegt oder die Geräteklasse ihren Höhepunkt überschritten hat. Ähnlich wie bei den Smartphones bekommt Apple auch bei den Tablets zunehmend die Konkurrenz günstigerer Geräte zu spüren, die mit dem Betriebssystem Android von Google laufen.

Die Verkäufe der Mac-Computer verbesserten sich im Jahresvergleich dagegen klar um 18 Prozent auf 4,4 Millionen Geräte.

Apple überzeugte Investoren jahrelang mit Erfindungen, die die gesamte Branche veränderten. Allerdings liegt die letzte Vorstellung eines tiefgreifend neuen Produkts vier Jahre zurück. Damals wurde das iPad auf den Markt gebracht. Mit Spannung wird erwartet, welche Produkte der kalifornische Konzern vor dem Weihnachtsgeschäft im Herbst auf den Markt bringt. Als ausgemacht gilt, dass bald eine iWatch vorgestellt wird. Zudem wird erwartet, dass Apple in Kürze ein neues iPhone mit größerem Bildschirm präsentiert, um damit etwa Samsung Kunden abzuwerben.

Nokia belastet Microsoft

Deutlich nüchterner ist dagegen die Entwicklung beim Konkurrenten Microsoft. Vor allem das zugekaufte Handygeschäft von Nokia lastet auf dem Konzern. Im vierten Geschäftsquartal von April bis Juni häufte die Sparte einen operativen Verlust von 692 Millionen Dollar an, wie Microsoft mitteilte. Konzernweit schrumpfte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf unterm Strich 4,6 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr 2014 konnte Microsoft den Gewinn jedoch leicht auf 22,1 Milliarden Dollar steigern durch seine Software.

Microsoft hatte die 5,4 Milliarden Euro teure Nokia-Übernahme Ende April abgeschlossen. Ziel des noch vom vormaligen Konzernchef Steve Ballmer eingefädelten Kaufs war es, die Stellung in der mobilen Welt zu festigen. In der vergangenen Woche verkündete der neue Konzernchef Satya Nadella dann, dass im Rahmen der Integration etwa die Hälfte aller 25.000 Nokia-Mitarbeiter gehen müssen. Insgesamt kostet die Neuaufstellung bei Microsoft 18.000 Beschäftigte den Job.

Nadella richtet Microsoft stark aufs Cloud-Computing aus, bei dem Anwendungen in großen Rechenzentren ablaufen, wo auch die Daten zentral gespeichert werden. Dieses Geschäft verdoppelte sich zuletzt. Daneben verkauften sich die Bürosoftware "Office" und das PC-Betriebssystem Windows besser als im Vorjahreszeitraum. Gleiches gilt für die Spielekonsole Xbox und die Surface-Tabletcomputer.

Teurer Jobabbau

Der Konzernumsatz kletterte insgesamt um 3,5 Milliarden Dollar auf 23,4 Milliarden Dollar. Der Neuzugang Nokia steuerte annähernd 2,0 Milliarden Dollar zu dem Umsatzsprung bei. Insgesamt konnte Microsoft mehr Geschäft machen, als Analysten erwartet hatten; zugleich stiegen jedoch auch die Kosten etwa für die Entwicklung und das Marketing der Produkte. Die Aktie fiel zunächst nachbörslich leicht, drehte dann aber ins Plus.

Nokia war lange Marktführer bei Handys, hatte aber bei Smartphones den Anschluss verloren. Apple mit seinen iPhones oder Samsung mit seinen Galaxy-Geräten sind hier wesentlich größer. Microsoft will Nokia-Smartphones mit seinem eigenen Betriebssystem Windows Phone wieder nach vorne bringen. Zuletzt stiegen auch die Marktanteile.

Dagegen will sich Microsoft aus dem Geschäft mit einfachen Handys verabschieden, worauf ein Teil der Jobverluste zurückzuführen ist. Insgesamt kostet der Stellenabbau 1,1 bis 1,6 Milliarden Dollar, unter anderem für Abfindungen. Die Summe wird allerdings erst im gerade angebrochenen Geschäftsjahr 2015 verbucht, das im Juni endet.

wal/dpa/Reuters