Arbeitskampf Lufthansa droht massiver Piloten-Streik
Arbeitskampf: Lufthansa droht massiver Piloten-Streik
Foto: ddpDüsseldorf/Frankfurt am Main - Der Appell kam aus der Konzernspitze: Die Piloten sollten das Unternehmen in der wirtschaftlich schwierigen Lage nicht mit einem Arbeitskampf belasten, forderte der Lufthansa-Vorstand. Aber das Management glaubt offenbar selbst nicht mehr daran, dass sich die Piloten daran halten werden: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass es zu Streiks kommt", sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels der "Rheinischen Post".
Demnach bereitet sich die Airline mit einem Notfallplan auf einen der größten Streiks seiner Geschichte vor. Der Zeitung zufolge haben die Piloten mit überwältigender Mehrheit für den Arbeitskampf gestimmt. Ein Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit kündigte einen Ausstand "in der Größenordnung der Pilotenstreiks von 2001" an. Damals ließen die Lufthansa-Piloten mehrere Tage lang ihre Flugzeuge stehen und sorgten für chaotische Zustände auf sämtlichen deutschen Flughäfen.
An diesem Mittwoch will die Pilotenvereinigung in Frankfurt das Ergebnis der Urabstimmung vorstellen. Die Beschäftigten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings haben in den vergangenen Wochen über mögliche Streiks bei der größten deutschen Fluglinie abgestimmt. Für einen unbefristeten Arbeitskampf wäre eine Mehrheit von 70 Prozent notwendig.
Kampf gegen Auslagerungen
Die Tarifverhandlungen waren bereits im Dezember 2009 von der Gewerkschaft für gescheitert erklärt worden. Die Vereinigung hatte 6,4 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr gefordert. Kern der Auseinandersetzung ist der Wunsch der Gewerkschaft, die Auslagerung von Stellen in billigere Tochtergesellschaften zu stoppen, was der Konzern aber nicht ausschließen will. Für eine derartige Zusage wären die Piloten auch zu einer Nullrunde beim Gehalt bereit.
Die Lufthansa hat seit der Finanzkrise mit gesunkenen Passagierzahlen und einem Gewinnrückgang zu kämpfen, weil immer mehr Geschäftsreisende die lukrativen First- und Business-Klassen meiden und Economy fliegen. Mit dem Ende der Urabstimmung sind Ausstände theoretisch schon in dieser Woche möglich. Die Friedenspflicht lief schon im vergangenen Jahr ab. Sollte es zu einem Streik kommen, befürchtet die Unternehmensleitung nach eigenen Worten erhebliche Schäden für die Lufthansa.