Audi tauscht halben Vorstand aus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mitten im Abgasskandal Audi tauscht halben Vorstand aus

Beben bei Audi: Nach Informationen des manager magazin tauscht der Autohersteller vier von sieben Vorständen aus. Unternehmenschef Stadler bleibt vorerst verschont.
Audi-Vorstände Hubert Waltl, Thomas Sigi, Axel Strotbek, Dietmar Voggenreiter
Audi-Vorstände Hubert Waltl, Thomas Sigi, Axel Strotbek, Dietmar Voggenreiter

Audi-Vorstände Hubert Waltl, Thomas Sigi, Axel Strotbek, Dietmar Voggenreiter

Foto: Audi
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Audi steht vor einem massiven Vorstandsumbau. Gleich vier von sieben Vorständen müssen ihre Positionen nach Informationen des manager magazin in Kürze räumen.

Es handele sich um Finanzvorstand Axel Strotbeck, Produktionschef Hubert Waltl, den für das Personal zuständigen Thomas Sigi und Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter, heißt es im Unternehmen. Der Chef der Audi-Mutter Volkswagen, Matthias Müller, habe die vier betroffenen Vorstände im Umfeld einer Audi-Aufsichtsratssitzung am 26. Juli über ihre bevorstehende Abberufung informiert. Auch in dem Gremium sei das Thema informell diskutiert worden.

Einen formalen Beschluss über den Vorstandsumbau gibt es noch nicht. Auch über die Nachfolger sei noch nicht entschieden worden, berichten Insider. Die Konzernspitze reagiert mit dem Tausch auf die Skandale bei Audi und die im Vergleich zu den Hauptwettbewerbern Mercedes und BMW nachlassenden Ergebnisse.

Bei Audi waren in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder neue Details über Abgasmanipulationen bekannt geworden. Die vier Vorstände wurden ebenso wie Vorstandschef Rupert Stadler massiv kritisiert.

Vertriebsvorstand Voggenreiter zum Beispiel wird der heftige Streit mit den chinesischen Audi-Händlern und dem dortigen Joint-Venture-Partner FAW angelastet. Audi hat dort im ersten Halbjahr 2017 zwölf Prozent weniger Autos verkauft als vor einem Jahr; Mercedes kam im gleichen Zeitraum auf 35 Prozent plus.

Auch Audi-Chef Stadler gilt als angezählt. Er behält sein Amt allerdings vorerst. Falls auch Stadler sein Amt verliere, werde ihm voraussichtlich eine andere Position im Volkswagen-Konzern angeboten, berichten Beteiligte. Das Gleiche gelte für Audi-Vertriebschef Voggenreiter und Finanzer Strotbek.

asa