Bergbaukonzern Heilige Stätten in Australien gesprengt - CEO von Rio Tinto tritt zurück
Jean-Sébastien Jacques: Demnächst nicht mehr Chef von Rio Tinto
Foto: Will Russell / APNach der Sprengung von heiligen Stätten australischer Ureinwohner treten der Chef des Bergbau-Großkonzerns Rio Tinto und weitere Spitzenmanager zurück. CEO Jean-Sébastien Jacques werde gehen, sobald ein Nachfolger gefunden sei, spätestens aber Ende März 2021.
Die beiden anderen Manager scheiden spätestens mit dem Jahreswechsel aus. Rio Tinto ist eines der größten Bergbau-Unternehmen der Welt mit einem Jahresumsatz von mehr als 40 Milliarden US-Dollar.
Jacques hatte zuvor bereits auf Bonuszahlungen verzichtet und sich im australischen Senat dafür entschuldigt, dass sein Unternehmen im Mai zwei heilige Stätten im Bundesstaat Western Australia zerstört hatte, um Erzvorkommen besser ausbeuten zu können. Doch das war vielen Investoren zu wenig, sie hatten seit mehr als einer Woche personelle Konsequenzen verlangt.
Demonstranten in Perth (im Juni 2020)
Foto: Richard Wainwright / APIn der Juukan-Schlucht in der Pilbara-Region waren Hinweise auf 46.000 Jahre kontinuierliche Besiedlung gefunden worden. Die Gegend ist extrem abgelegen, allerdings für Bergbaufirmen wegen der enormen Bodenschatz-Vorkommen sehr attraktiv. Immer wieder kommt es dabei zu Verstößen gegen Umweltschutzauflagen und die Rechte der Ureinwohner. Der Vorfall aus dem Mai hatte in Australien für Proteste gesorgt.
Manager behalten Ansprüche auf bestimmte Boni
"Was in Juukan passiert ist, war falsch. Wir werden sicherstellen, dass die Zerstörung einer solchen Stätte nie wieder im Rahmen einer Rio-Tinto-Operation geschieht", hieß es aus dem Unternehmen.
Ein Versehen war die Zerstörung indes nicht. Interne Unterlagen hatten in der vergangenen Woche ergeben, dass Rio Tinto eine Anwaltskanzlei engagiert hatte, um möglichen rechtlichen Schritten der indigenen Gruppen der Puutu Kunti Kurrama und Pinikura zur Rettung der heiligen Stätten entgegenzutreten.
Obwohl sie ihre Jobs nach dem Skandal verlieren, behalten die drei Manager nach Angaben des britischen "Guardian" ihre Ansprüche auf langfristig angelegte Bonuszahlungen.