Autozulieferer Leoni streicht 2000 Stellen - DER SPIEGEL
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Angeschlagener Autozulieferer Leoni streicht 2000 Stellen

Interne Probleme und die schlechte Stimmung in der Autobranche haben Leonis Gewinn einbrechen lassen. Der Autozulieferer zieht Konsequenzen - auch in Deutschland.
Zentrale von Leoni in Nürnberg (Archivbild)
Zentrale von Leoni in Nürnberg (Archivbild)

Zentrale von Leoni in Nürnberg (Archivbild)

Foto: Daniel Karmann/ picture alliance/dpa
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Der Autozulieferer und Kabelhersteller Leoni will 2000 Stellen streichen. 500 davon sollen in "Hochlohnländern" wie Deutschland wegfallen, teilte das Unternehmen aus Nürnberg mit. Mit einem Sparprogramm sollen die strukturellen Kosten bis 2022 um 500 Millionen Euro im Vergleich zu 2018 gesenkt werden. Erste Einschnitte will das Unternehmen im dritten Quartal vornehmen.

Leoni beschäftigt mehr als 90.000 Mitarbeiter weltweit und liefert unter anderem an Volkswagen, BMW, Daimler und Renault. Stellen sollen vor allem in der Verwaltung und im Management wegfallen. Betroffen sei etwa Nordamerika, manche Regionen in China und weitere europäische Länder. Auch der Standort im bayerischen Kitzingen dürfte dem Unternehmen zufolge Stellen verlieren.

Betriebsbedingte Kündigungen könne man aktuell nicht ausschließen, sagte Vorstandschef Aldo Kamper. Die Gespräche mit den Sozialpartnern dürften einige Monate dauern. Zudem verhängt das Unternehmen einen Einstellungsstopp. Gehaltserhöhungen werden bei außertariflich bezahlten sowie leitenden Angestellten aufgeschoben.

Aktienkurs fällt auf niedrigsten Stand seit Jahren

Vom Geschäftsergebnis 2018 zeigte sich Leoni enttäuscht und sprach von dringendem Handlungsbedarf. Im vergangenen Jahr war der Gewinn vor Zinsen und Steuern um gut ein Drittel auf 144 Millionen Euro eingebrochen. Unter dem Strich halbierte sich der Konzernüberschuss auf 73 Millionen Euro. Finanzchef Karl Gadesmann legte sein Amt am Sonntag nieder.

Karl Gadesmann (Archivbild)

Karl Gadesmann (Archivbild)

Foto: Nicolas Armer/ dpa

Schwierigkeiten bereite dem Unternehmen ein neues Werk in Mexiko sowie die Sparte der Bordnetzsysteme, sagte Kamper. Auch die schlechte Stimmung in der Automobilbranche belaste das Geschäft - vor allem in China. Der Start ins Jahr sei verhalten ausgefallen. Für 2019 rechnet Kamper mit mehr Gegenwind - allein das Sparprogramm soll 120 Millionen Euro kosten. Hoffnungen gebe es jedoch im Bereich Elektromobilität.

Bei den Anlegern kamen die Nachrichten nicht gut an: Der Aktienkurs von Leoni stürzte am Montag um 19 Prozent auf 18,25 Euro ab und damit auf den niedrigsten Stand seit 2010.

Nicht nur Leoni macht aktuell in der Automobilbranche mit Stellenstreichungen Schlagzeilen: Volkswagen hatte erst vergangene Woche angekündigt, bei seiner Kernmarke VW bis zu 7000 Jobs streichen zu wollen. Auch beim Zulieferer Schaeffler sollen 900 Arbeitsplätze wegfallen.

kko/dpa