BaFin will Testament von deutschen Versicherern - DER SPIEGEL
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Abwicklungspläne BaFin will Testament von deutschen Versicherern

Nicht nur Banken können pleitegehen, sondern auch Versicherer. Damit dann nicht wieder die Steuerzahler einspringen müssen, will die deutsche Finanzaufsicht künftig Abwicklungspläne von großen Versicherungen fordern.
Versicherungskonzern Allianz: Was ihr droht, droht nun auch anderen
Versicherungskonzern Allianz: Was ihr droht, droht nun auch anderen

Versicherungskonzern Allianz: Was ihr droht, droht nun auch anderen

Foto: Peter Kneffel / picture alliance / dpa
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Düsseldorf - Nach der Allianz müssen voraussichtlich auch andere große deutsche Versicherer Pläne für den Fall einer möglichen Existenzkrise vorlegen. "Wir werden mit Sicherheit von den national wichtigsten Unternehmen verlangen, dass sie ebenfalls eine mögliche Schieflage durchspielen sollen", sagte der neue Chef der Versicherungsaufsicht bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, dem "Handelsblatt".

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der G-20-Staaten hatte vor zwei Wochen neun Versicherer aus aller Welt auf eine Liste systemrelevanter Institute gesetzt, darunter die Allianz  . "Wir werden in den nächsten ein bis zwei Jahren eine ähnliche Initiative für deutsche Institute starten", sagte Hufeld.

Welche Folgen der Status der Systemrelevanz für die Versicherer hat, steht noch nicht genau fest. Vor allem drohen ihnen voraussichtlich härtere Anforderungen an die Kapitalausstattung und eine schärfere Regulierung. Damit soll verhindert werden, dass sie im Krisenfall mit Steuergeldern gerettet werden müssen.

Hufeld deutete an, wie der Finanzstabilitätsrat vor allem darauf zu schauen, ob sich ein Versicherer auch in anderen Geschäftsfeldern tummelt. "Wenn ein Versicherer stärker Geschäfte außerhalb des klassischen Versicherungsgeschäfts betreibt, darf er sich auch nicht wundern, wenn von ihm ein anderes Risikomanagement gefordert wird als von einem reinen Versicherer."

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen sprach sich Hufeld grundsätzlich für Lebensversicherungsverträge ohne Garantiezins aus, wie die Allianz und die Munich-Re-Tochter Ergo   sie jetzt anbieten wollen. "Es ist gut, dass die Branche an neuen Produkten arbeitet und den Verbrauchern damit mehr Auswahl ermöglicht", sagte er. Angesichts der Niedrigzinsen hätten die Unternehmen aber auch handeln müssen. Kurz- und mittelfristig könnten sie ihre Leistungsversprechen an die Kunden zwar erfüllen, sagte er. "Wenn die niedrigen Zinsen langfristig anhalten, wird es enger, das steht außer Frage."

stk/dpa