Bahn-Gespräche mit Gewerkschaft EVG vertagt - DER SPIEGEL
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Tarifstreit Bahn und EVG verschieben Verhandlungen

Die Erwartungen an das Treffen waren groß. Doch Bahn und EVG haben erst gar nicht über Inhalte gesprochen. Die Gewerkschaft will zunächst ein neues Angebot des Konzerns prüfen.
EVG-Verhandlungsführerin Rusch-Ziemba: Angebot komme "zu kurzfristig"
EVG-Verhandlungsführerin Rusch-Ziemba: Angebot komme "zu kurzfristig"

EVG-Verhandlungsführerin Rusch-Ziemba: Angebot komme "zu kurzfristig"

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS
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Frankfurt am Main - Nur eine knappe Stunde setzten sich die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an einen Tisch. Dann wurden die Gespräche ohne Annäherung beendet - und kurzfristig auf Mitte Dezember verschoben.

Die Bahn habe am Donnerstagabend ein neues Angebot unterbreitet, sagte die EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Es handle sich um ein tausendseitiges Dokument. Das Angebot sei "zu kurzfristig" gekommen, die EVG will es nun erst einmal prüfen. Über Inhalte sei gar nicht gesprochen worden.

Zuvor hatte die EVG ihre Streikdrohung bekräftigt.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hält eine Einigung in dem Tarifkonflikt vor Weihnachten weiter für möglich: "Wir sprechen weiter. Das ist die gute Nachricht." Die Verhandlungen sollen am 12. Dezember in Frankfurt fortgesetzt werden.

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn streiten sich GDL und EVG seit Monaten, wer für welche Berufsgruppe die Tarifverhandlungen führen darf. Bisher handelte die EVG für rund 140.000 Bahn-Angestellte die Arbeitsbedingungen aus, darunter Zugbegleiter, Lokrangierführer und Mitarbeiter im Bordservice. Die GDL will nun durchsetzen, dass sie für ihre Mitglieder beim gesamten Zugpersonal verhandeln kann, nicht nur für die Lokführer unter ihnen.

Am Nachmittag ab 16 Uhr kommt die Bahn auch mit der GDL zusammen. Die drei Tarifparteien hatten sich nicht auf eine Basis für gemeinsame Verhandlungen einigen können.

Die deutsche Wirtschaft beklagt sich derweil bitter über die Streiks. Der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zufolge belaufe sich die Schadensrechnung nach mehreren Streiktagen allein für die Wirtschaft auf mehr als eine halbe Milliarde Euro, wie DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Bild"-Zeitung sagte.

bos/AFP