Trotz Haftstrafe Baufirma Strabag will Skandalbanker Gribkowsky einstellen
Ex-Banker Gribkowsky (Archivbild): Chance in Baubranche
Foto: Frank Leonhardt/ picture alliance / dpaWien - Aus dem Bau an den Bau: Der österreichische Baukonzern Strabag will den verurteilten Ex-BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky anstellen. Er solle im Finanzbereich des Konzerns unterkommen - vermutlich in der Projektfinanzierung, sagte eine Strabag-Sprecherin am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche".
Das Münchner Landgericht hatte Gribkowsky im Juni 2012 wegen Bestechlichkeit und Untreue zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt - rund ein Viertel davon hat er bereits durch die Untersuchungshaft verbüßt.
Strabag will allerdings nicht warten, bis Gribkowsky aus der Haft entlassen wird. Der Konzern hofft darauf, dass der Ex-Banker Freigang bekommt. Das müsse die Justiz entscheiden. Davon sei auch sein möglicher Dienstantritt bei dem Baukonzern abhängig, sagte die Sprecherin. Er werde keine Managementposition erhalten und auch nicht zeichnungsberechtigt sein.
Der scheidende Strabag-Chef und Großaktionär Hans Peter Haselsteiner steht voll hinter dem Schritt. "Ich glaube nicht, dass er mich betrügen wird", zitierte ihn die "Wirtschaftswoche". Er halte nichts davon, jemanden, der einen Fehler gemacht habe, lebenslänglich an den Pranger zu stellen. "Gribkowsky im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu resozialisieren, ist im öffentlichen Interesse."
Gribkowsky hatte im Jahr 2006 als Risikovorstand der BayernLB den Auftrag gehabt, die Anteile der Bank an der Formel 1 zu verkaufen. Um sicherzugehen, dass Gribkowsky den Verkauf in seinem Sinne regele, soll Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ihn mit insgesamt 32 Millionen Euro bestochen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen dieses Verdachts auch gegen Ecclestone.