Baumarktkette Praktiker wechselt Chef aus - DER SPIEGEL
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Angeschlagene Baumarktkette Praktiker tauscht Chef aus

Führungswechsel bei der kriselnden Baumarktkette Praktiker: Sanierer Thomas Fox geht, der bisherige Aufsichtsrat Kay Hafner soll das Unternehmen zurück auf Gewinnkurs bringen. Dabei kann er auf einen neuen Geldgeber zählen.
Praktiker-Filiale bei Rostock: Das Geschäftsmodell soll stark umgebaut werden
Praktiker-Filiale bei Rostock: Das Geschäftsmodell soll stark umgebaut werden

Praktiker-Filiale bei Rostock: Das Geschäftsmodell soll stark umgebaut werden

Foto: Bernd Wüstneck/ dpa
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Kirkel - Die Baumarktkette Praktiker kämpft mit neuem Chef und Investor gegen die Krise. Der erst im Herbst 2011 geholte Vorstandschef Thomas Fox wurde am Sonntag durch Kay Hafner ersetzt, der bisher im Aufsichtsrat des Unternehmens saß. Der Sanierungsauftrag von Fox und Vorstandsmitglied Josef Schultheis sei damit beendet, teilte Praktiker mit. "Sie scheiden vereinbarungsgemäß mit dem heutigen Tag aus dem Vorstand aus, stehen dem Unternehmen aber weiterhin beratend zur Verfügung", hieß es in der Mitteilung.

Einen Erfolg konnte Praktiker bei der Suche nach finanziellen Mitteln vermelden. Ein nicht näher genannter Investor stellt dem Unternehmen ein vorrangiges Darlehen in Höhe von 85 Millionen Euro zur Verfügung. Es soll durch eine Kapitalerhöhung ergänzt werden, die von den Anteilseignern bereits genehmigt wurde.

Demnach könnte Praktiker   bis zu 25 Millionen Aktien ausgeben und damit zum jüngsten Aktienkurs theoretisch rund 43 Millionen Euro erlösen, sofern der Kurs nicht weiter fällt. Die im Kleinwerteindex SDax notierten Titel, die seit Monaten auf Talfahrt sind und sich zuletzt nur wenig erholt hatten, waren am Freitag bei 1,73 Euro aus dem Handel gegangen. Das Finanzierungsvolumen, das der zur Sanierung angetretene Vorstandschef Thomas Fox bisher mit 300 Millionen Euro veranschlagt hatte, werde damit "erheblich" verringert, hieß es.

Praktiker will sein Geschäftsmodell noch stärker umbauen als bislang geplant. So sollen zum Beispiel mehr Praktiker-Märkte in Filialen der Kette Max Bahr verwandelt werden. Während Praktiker mit niedrigen Preisen um Kunden kämpft, setzt Max Bahr stärker auf Beratung und Service.

Das Unternehmen hatte sich mit seinen jahrelangen 20-Prozent-Rabattaktionen in eine Sackgasse manövriert. Sie kurbelten zwar den Umsatz an, brachten aber keinen Gewinn. Im vergangenen Jahr schrieb der Konzern bei 3,2 Milliarden Euro Umsatz mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust - den größten Fehlbetrag seit dem Börsengang 2005. Praktiker hatte lange um Geldquellen für die Sanierung gerungen und deswegen zuletzt auch seine Hauptversammlung verschoben.

dab/dpa/Reuters

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