Kosten der Monsanto-Übernahme Bayer-Gewinn bricht ein
Bayer hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Unter dem Strich brach der Gewinn um rund drei Viertel auf 1,7 Milliarden Euro ein, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Neben Kosten im Zusammenhang mit dem Kauf des US-Saatgutkonzerns Monsanto belasteten Abschreibungen auf Firmenwerte im Geschäft mit frei verkäuflichen Medikamenten die Bilanz, da sich Bayer hier von weniger gut laufenden Bereichen trennen will.
Der Umsatz legte dank der Monsanto-Übernahme im abgelaufenen Jahr um rund 13 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten stieg aber nur leicht um 2,8 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Dabei spielten auch Kosten für die Behebung von Problemen infolge einer Rüge der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Rolle.
Trotz des Gewinneinbruchs zeigte sich Bayer-Chef Werner Baumann von seiner Strategie überzeugt. "Dadurch werden wir fokussierter, schlagkräftiger, agiler und wettbewerbsfähiger", sagte er. Bayer befindet sich mitten im größten Sparprogramm seiner Firmengeschichte. Bis Ende 2021 sollen rund 12.000 der weltweit 118.000 Stellen abgebaut werden. Baumann will sich zudem vom Geschäft mit Tiermedizin sowie Marken im Bereich Sonnenschutz und Fußpflege trennen.
Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern hatte im vergangenen Jahr den US-Konzern Monsanto für rund 63 Milliarden Dollar übernommen, um in den Märkten Agrochemie und Saatgut ganz vorn dabei zu sein. Bayer verkündete zudem, dass der belastete Name Monsanto verschwinden wird.
Die wohl unberechenbarsten Folgen der Monsanto-Übernahme sind für Bayer die Klagen wegen möglicher Krebsrisiken durch den Unkrautvernichter Glyphosat. Bis zum 28. Januar seien Klagen von rund 11.200 Klägern zugestellt worden, teilte Bayer mit. Das sind rund 1900 mehr als Ende Oktober.
Die Zahl schnellt seit August vergangenen Jahres nach oben. Damals hatte ein Geschworenen-Gericht einem Krebspatienten, der glyphosathaltige Unkrautvernichter von Monsanto für seine Erkrankung verantwortlich macht, Schadensersatz zugesprochen. Bayer weist die Vorwürfe zurück.
Am 25. Februar startete in den USA der Prozess eines weiteren Klägers. Das Brisante an diesem Rechtsstreit: Es handelt sich um einen Musterfall in einem Massenverfahren, der richtungweisend für viele weitere Klagen ist.
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