Konzernumbau Bertelsmann büßt 35 Prozent Gewinn ein
Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh: "Strukturell rückläufige Geschäfte"
Foto: BertelsmannBerlin - Der Konzernumbau verdirbt Europas größtem Medienunternehmen Bertelsmann das Ergebnis. Während Umsatz und Betriebsergebnis 2014 auf die höchsten Werte seit sieben Jahren stiegen, brach der Gewinn um 35 Prozent auf 573 Millionen Euro ein, teilte das Unternehmen mit.
"Das Unternehmen hat zu lange auf strukturell rückläufige Geschäfte gesetzt", sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe im Interview mit SPIEGEL ONLINE: Zum Beispiel habe Bertelsmann noch 2003 und 2004 massiv in Tiefdruckkapazitäten investiert.
Auch die schwächelnden Aktivitäten des Buchclubs schlugen ins Kontor - ebenso wie das Sparprogramm beim Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr. Insgesamt beliefen sich die Sonderlasten auf 619 Millionen Euro nach 46 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Gleichzeitig hat Bertelsmann erneut in den Geschäftsaufbau investiert. Dazu gehören etwa der Zukauf des E-Learning-Anbieters Relias Learning in den USA sowie die Mehrheitsübernahmen an dem Videovermarkter SpotXchange und dem Multichannel-Netzwerk StyleHaul.
Der Umsatz von Bertelsmann legte 2014 um 3,1 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro zu, im Vergleich zu 16,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Hierzu trugen maßgeblich strategische Transaktionen bei, etwa der Zusammenschluss der Publikumsverlagsgruppen Penguin und Random House, der vollständige Erwerb des Musikrechteunternehmens BMG sowie der Ausbau der Finanz- und E-Commerce-Dienstleistungen bei Arvato.