Bertelsmann: Medienkonzern startet internationale Expansion - DER SPIEGEL
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Expansionskurs Bertelsmann investiert Milliarden im Ausland

Einen kräftigen Gewinnschub im Rücken, plant der Medienkonzern Bertelsmann die internationale Expansion. In Ländern wie Brasilien, China und den USA will Konzernchef Thomas Rabe zukaufen.
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

Foto: Hannibal Hanschke/ picture alliance / dpa
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Dank eines guten Finanzpolsters plant der Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann jetzt größer: Bis 2020 will Konzernchef Thomas Rabe mehrere Milliarden Euro in den Ausbau der Geschäfte investieren. Bei der internationalen Expansion werde er den Blick außer auf Brasilien, Indien und China besonders auf die USA richten, kündigte Rabe an und sagte: "In drei bis fünf Jahren wollen wir die 20 Milliarden beim Umsatz erreichen."

Der Konzernumsatz ging im vergangenen Jahr um weniger als ein Prozent auf 17,0 Milliarden Euro zurück. Rabe machte dafür Wechselkurseffekte und Firmenverkäufe verantwortlich. Um diese Faktoren bereinigt sei der Umsatz um knapp ein Prozent höher ausgefallen als 2015. Der Konzerngewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Den größten Anteil am Gewinn steuerte die RTL Group mit 720 Millionen Euro bei.

Bei seinen Zukaufplänen lässt sich Rabe auch durch Probleme offenbar nicht stoppen. Ein Umsatzeinbruch beim weltgrößten Buchverlag Penguin Random House, an dem Bertelsmann die Mehrheit hält, ändert nichts an den Plänen des Konzerns, Anteile zuzukaufen. In einem milliardenschweren Deal wollen die Deutschen zusammen mit einem Investor den 47-prozentigen Anteil des britischen Medienkonzerns Pearson übernehmen, bekräftigte Rabe. Sobald man sich mit den verkaufswilligen Briten über den Preis einig sei, solle in der zweiten Jahreshälfte die Partnersuche beginnen.

Bei der erfolgsverwöhnten Verlagstochter mit ihren Beststellern wie der Erotikromanreihe "Fifty Shades" und dem Thriller "Girl on the Train" lief das Geschäft im vergangenen Jahr nicht mehr so gut wie zuvor. Der Umsatz brach um 9,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro ein, das Betriebsergebnis schrumpfte um 3,6 Prozent auf 537 Millionen Euro.

Positives vermeldet Bertelsmann aus Hamburg. Dem Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, der mit 25,5 Prozent am SPIEGEL beteiligt ist, gelang durch steigende Digitalerlöse im vergangenen Jahr nach einer mehrjährigen Durststrecke ein Plus beim operativen Gewinn (Ebitda) von 4,6 Prozent auf 137 Millionen Euro. Beim Umsatz verbuchte das Verlagshaus ("Stern", "Brigitte", "Geo") nach deutlichen Einbrüchen in den Vorjahren einen Rückgang von knapp zwei Prozent auf 1,51 Milliarden Euro.

Der noch junge Bildungsbereich steigerte seinen Umsatz auf niedrigem Niveau von 110 auf 142 Millionen Euro. Von Gewinnen ist das Segment noch weit entfernt. Investitionen sorgten für Verluste von 17 Millionen Euro. Bis 2022 will Rabe einen Umsatz von einer Milliarde Euro im neuen Segment erreichen.

kig/dpa/Reuters

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