Paris Aktivisten dringen in Blackrock-Zentrale ein
Demonstranten vor der Blackrock-Zentrale in Paris
Foto: Eric Piermont / dpaIn Paris sind Aktivistinnen und Aktivisten in die Zentrale des Vermögensverwalters Blackrock eingedrungen. Sie errichteten am Montagmittag Barrikaden und blockierten den Haupteingang. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, die Straße vor dem Hauptquartier war abgesperrt.
Vor dem Gebäude skandierten Demonstrantinnen und Demonstranten Slogans gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sangen Gewerkschaftslieder. Auf Videos im Internet war augenscheinlich zu sehen, dass im Inneren des Gebäudes Wände beschmiert wurden.
Am Nachmittag verließen die Protestierenden das Gebäude schließlich friedlich. Die Polizei nahm 17 Menschen fest, darunter auch Minderjährige, berichtete der Sender Franceinfo.
Blackrock als Feindbild der Rentenreform-Gegner
Hintergrund der Besetzung ist Macrons geplante Rentenreform, gegen die in Frankreich seit Anfang Dezember demonstriert wird. Der Präsident will das französische Rentensystem vereinheitlichen, das in mehr als 40 Einzelsysteme zersplittert ist. Dazu sollen auch Vorzugsrenten für Beamte und in anderen Branchen gestrichen werden, die den Ruhestand teilweise schon mit Mitte 50 ermöglichen.
Während der Streiks und Proteste gegen die Rentenreform ist Blackrock zu einer Art Feindbild geworden: Reformgegner sind der Auffassung, dass der weltweit größte Vermögensverwalter von den Rentenplänen profitiert und Einfluss auf sie genommen hat. Blackrock bestreitet das.
Die Umweltaktivisten von Youth for Climate France erklärten, sie protestierten mit der Aktion gegen die Rentenreform sowie gegen Blackrocks Investitionen in "umweltzerstörende Projekte". "Einige werden sagen, dass wir Vandalen sind, aber es sind diejenigen, die unsere Zukunft stehlen, die Vandalen sind", hieß es.
Blackrock teilte zu der Besetzung seiner Zentrale mit: "Wir verurteilen das gewaltsame Eindringen und den Vandalismus auf unserem Gelände (...) aufs Schärfste". Diese Handlungen "sowie die Einschüchterungsversuche unserer Mitarbeiter in den letzten Wochen sind inakzeptabel und nicht hinnehmbar."