Lufthansa-Streik: Bodenpersonal sorgt sich um Lufthansa - DER SPIEGEL
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Piloten-Streiks Bodenpersonal hat Angst um die Lufthansa

Mit ihrem unnachgiebigen Kurs gegenüber der Lufthansa haben sich die Piloten auch im Unternehmen isoliert. Beim Rest der Belegschaft wächst die Angst vor einem nachhaltigen Schaden.
Lufthansa-Jumbo
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Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS
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Der Streik der Piloten wird von Teilen der Lufthansa-Belegschaft als zunehmende Bedrohung für das Unternehmen wahrgenommen. "Was immer die Piloten herausholen, muss am Ende des Tages an anderen Stellen im Unternehmen gegenfinanziert werden", sagte das Mitglied des Lufthansa-Betriebsrats Frankfurt Boden, Ruediger Fell. Zusammen mit weiteren Betriebsratskollegen habe er daher für diesen Mittwoch eine Demonstration gegen die Ziele der streikenden Vereinigung Cockpit (VC) organisiert. Zeitgleich wollen auch die Piloten für ihre Ziele demonstrieren.

"Es herrscht große Angst um die Unternehmenszukunft am Boden, bei der Technik und der Cargo", sagte das Betriebsratsmitglied, das sich der nichtgewerkschaftlichen "Vereinigung Boden" zugehörig fühlt. Die Piloten nähmen mit ihren fortgesetzten Streiks die Lufthansa-Mitarbeiter ebenso in Geiselhaft wie die Passagiere. Bei Lufthansa gebe es eine schweigende Mehrheit, die von den Streiks die Nase voll hätten.

Der Bodenbetriebsrat Frankfurt wird von vier Mitarbeitergruppen geführt. Neben der DGB-Gewerkschaft Ver.di sind die Vereinigung Boden, die Unabhängigen Lufthanseaten sowie die Vereinigung Luftfahrt vertreten. Zum Bodenpersonal gehören etwa die Beschäftigten in der Passagierabfertigung, Ticketabrechnung und Wartung.

Ausdrücklich bestätigte Fell, dass die Vertreter der Gewerkschaft Ver.di nicht für die Demonstration gestimmt hätten. Offenbar gebe es eine "gewisse Beißhemmung" der Gewerkschaften untereinander. Der Betriebsrat Boden vertritt die Interessen von rund 6000 Beschäftigten. In ihm arbeiten neben Ver.di etliche kleinere Gruppen. Ver.di und die Kabinengewerkschaft Ufo hatten sich klar von dem Aufruf distanziert.

Buchungen gehen zurück

Auch ihm und seinen Mitstreitern liege es aber fern, über die VC und die Piloten ein "Scherbengericht" abzuhalten, sagte Fell. "Aber die Piloten müssen uns und unsere Sorgen endlich wahrnehmen. Was sie als Erhöhung fordern, haben viele Kollegen an der Station Frankfurt als volles Gehalt." Die Piloten sollten in die Schlichtung einwilligen und darauf verzichten, ihre Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen.

Die Sorgen sind noch aus anderen Gründen berechtigt: Denn die andauernden Pilotenstreiks haben zuletzt zu einem deutlichen Rückgang der Buchungen geführt. Die Auslastung bei den trotz des Streiks durchgeführten Langstreckenflügen sei erheblich gesunken, berichtete die "Bild" mit Bezug auf ein Schreiben der Pilotenvereinigung Cockpit an die eigenen Mitglieder. Die Auslastung liege teilweise bei weniger als zehn Prozent. Zudem gebe es laut Schreiben Rückmeldungen aus dem Lufthansa-Management, wonach die Buchungsrückgänge "deutlich spürbar sind".

Dem Unternehmen   entstehen dem Zeitungsbericht zufolge durch den Streik mittlerweile Kosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro täglich. Der vergangene Woche begonnene Ausstand habe damit schon Kosten von rund 75 Millionen Euro verursacht.

mik/dpa