Boeing: 737-Max-Abstürze zeigen gefährliches Profitstreben - Podcast Firewall - DER SPIEGEL
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Boeing und die 737-Max-Abstürze Sicherheitsstandards ignoriert, Mitarbeiter zum Schweigen gebracht

Whistleblower hatten gewarnt: Boeing soll jahrelang fehlerhafte Flugzeuge gebaut haben. Bei »Firewall« hören Sie, warum der Konzern die Mängel ignoriert und Mitarbeiter unter Druck gesetzt hat.

Am frühen Morgen des 29. Oktober 2018 startet in der indonesischen Hauptstadt Jakarta eine Boeing 737 Max. Die Maschine ist fast neu. Doch sofort nach dem Start hat Lion Air Flug JT610 Probleme. Die Nase des Fliegers senkt sich, der Kapitän versucht gegenzusteuern.

Vergeblich: Elf Minuten nach dem Start stürzt die Boeing ins Meer.

Durch den Crash wird bekannt, dass Boeing den Piloten ein neues System verschwiegen hat: MCAS. Das steht für Maneuvering Characteristics Augmentation System und soll eigentlich für die Stabilität des Flugzeugs sorgen, indem es in die Steuerung eingreift. Doch Boeing hat bei der Entwicklung von MCAS Fehler gemacht.

Bei Lion Air Flug JT610 wird MCAS fälschlicherweise aktiv und steuert die Maschine ins Meer. Wenige Monate später bringt das System ein weiteres Flugzeug zum Absturz.

Warnungen ignoriert

Nach den tödlichen Abstürzen melden sich Boeing-Mitarbeiter, die schon länger Missstände im Unternehmen beobachtet haben wollen. Einer dieser Whistleblower ist der deutschstämmige Ingenieur Martin Bickeböller. Er warnte mehrfach vor Sicherheitsmängeln.

Doch anstatt die Probleme zu beheben, versuchte Boeing offenbar lange, Kritiker wie ihn zum Schweigen zu bringen. 346 Menschen haben das mit dem Leben bezahlt.

Warum ist es so weit gekommen?

In dieser Folge von »Firewall« erzählen wir vom Kampf eines Whistleblowers. Es geht um Outsourcing bei der Produktion, Profitstreben von Managern und Nachlässigkeit bei der Entwicklung neuer Flugzeuge.

Hören Sie hier die Folge:

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Über diesen Podcast

Wenn Systeme versagen, wollen alle wissen: Wie war das möglich? Darum geht’s bei »Firewall«.

Wir erzählen zum Beispiel, wie russische Geheimdienste einen deutschen Agenten zum Maulwurf machen. Warum China die AfD für sich instrumentalisiert. Oder mit welchen Tricks Scamfarmen Tinder-Nutzer ausbeuten.

Gemeinsam mit SPIEGEL-Reporterinnen und Reportern sucht Host Sandra Sperber nach Schwachstellen in Systemen und findet die, die sie ausnutzen.

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Mitarbeit: Jerrit Schmidtke

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