Konjunktursorgen Börsen weltweit auf Talfahrt
Händler an der New Yorker Börse
Foto: JUSTIN LANE/EPA-EFE/REX/ShutterstockDie Nervosität der Anleger ist hoch: Weltweit kam es zu heftigen Kursverlusten. Neben den politischen Sorgen vermiesten durchwachsene Geschäftszahlen von US-Unternehmen die Laune der Investoren.
Die Aktienmärkte sind aus mehreren Gründen derzeit angespannt: Dazu zählen der anhaltende
- amerikanisch-chinesische Zollstreit,
- steigende Zinsen
- und die internationalen Spannungen wegen des mutmaßlichen Mords an dem regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi.
- Hinzu kommt die jüngst vom US-Präsidenten Donald Trump geäußerte Absicht, aus dem INF-Abrüstungsvertrag auszusteigen.
- Auch der Haushaltsstreit der EU mit Italien belastet: Die EU-Kommission wies mit dem italienischen Haushaltsentwurf für 2019 erstmals den Finanzplan eines Eurolandes zurück.
Unternehmen wie der Baumaschinenhersteller Caterpillar verprellten die Anleger zudem mit ihrem Ausblick. Dessen Aktien stürzten um rund zehn Prozent ab. Auch der Mischkonzern 3M litt unter dem starken US-Dollar, der sich negativ auf den Jahresüberschuss auswirken soll.
Nachdem der US-Leitindex Dow Jones Industrial bis auf den tiefsten Stand seit Juli abgerutscht war, konnte er sein Minus immerhin etwas eindämmen - gegen Mittag Ortszeit büßte er noch rund 1,4 Prozent auf 24.969 Punkte ein. Nicht besser erging es dem marktbreiten S&P 500, der 1,6 Prozent auf 2711 Punkte verlor. Bereits zu Wochenbeginn hatten beide Indizes nachgegeben. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100, der am Montag noch zugelegt hatte, sackte um 2,1 Prozent auf 6993 Zähler ab.
Der deutsche Leitindex Dax fiel um 2,2 Prozent auf 11.274 Zähler und schloss damit so niedrig wie zuletzt im Dezember 2016. Der EuroStoxx50 rutschte um 1,5 Prozent auf 3141 Zähler ab. Belastet wurden beide Indizes auch von einem Kurssturz bei Bayer nach einem US-Gerichtsentscheid zu Glyphosat.
Am Rohstoffmarkt stand die Talfahrt der Ölpreise im Fokus. Denn Saudi-Arabien hat eine sichere Versorgung zugesagt. Dies löste Spekulationen auf eine steigende Ölförderung des Königreiches aus. Öl der Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 3,6 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 76,97 Dollar.