Börsennotierter Bundesligist Deutsche Bank erwägt Einstieg bei Borussia Dortmund
BVB-Fahne: Deutsche Bank an Ruhrpott-Verein interessiert
Foto: Caroline Seidel/ picture alliance / dpaDortmund - Sportlich musste sich Borussia Dortmund in der vergangenen Saison den Bayern geschlagen geben. Und auch bei den Finanzen hat der Club aus dem Süden die Nase vorn. Doch laut einem Bericht des Magazins "Bilanz" könnte sich der finanzielle Vorsprung der Bayern verringern. Demnach will sich die Deutsche Bank bei Borussia Dortmund einkaufen. Im Gespräch sei zunächst eine Beteiligung in Höhe von zehn Prozent, berichtete das Magazin.
Der börsennotierte BVB werde derzeit mit rund 235 Millionen Euro bewertet. Die Verhandlungen würden von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sowie von Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und dem Privatkundenvorstand Rainer Neske geführt. Zunächst wollten weder die Bank noch der Bundesligist den Bericht kommentieren.
Die Idee zu dem Geschäft soll auf Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner zurückgehen. Sein Plan sehe vor, mehrere namhafte deutsche Unternehmen als Aktionäre an die Dortmunder zu binden und über eine Kapitalerhöhung die nötige Finanzkraft zu entwickeln, um Bayern München dauerhaft Paroli zu bieten. An den Bayern sind bereits Großunternehmen wie Allianz und Audi beteiligt.
Allerdings gebe es auch innerhalb der Bank noch Widerstände. Nach "Bilanz"-Informationen hat Vorstand Neske den Einstieg beim BVB mit einem Veto vorerst blockiert. Es stünden wichtigere Aufgaben an als Spaß-Investments. Diesen Freitag soll das Thema Borussia Dortmund aber im Vorstand zur Sprache kommen.
Borussia Dortmund rückt in SDax auf
Der BVB hatte im vergangenen Geschäftsjahr 305 Millionen Euro Umsatz und 51,2 Millionen Euro Gewinn gemacht. Die Aktien des BVB befinden sich zu gut 75 Prozent in Streubesitz. Borussia selbst hält gut sieben Prozent. Ein Einstieg der Deutschen Bank könnte über eine Kapitalerhöhung geschehen.
Die Aktien von Borussia Dortmund stiegen am Donnerstag zeitweise auf den höchsten Stand seit 2002. Am Nachmittag notierten die Papiere mit einem Plus von mehr als zehn Prozent bei 4,36 Euro. Außer dem Bericht über den Einstieg der Deutschen Bank sorgte eine weitere Nachricht für Euphorie bei den Anlegern. Der einzige börsennotierte Bundesligist steigt zum 23. Juni in den Börsenindex SDax auf, wie die Deutsche Börse mitteilte. Im SDax werden 50 kleinere deutsche Unternehmen, sogenannte Small Caps, geführt.
Die BVB-Aktie war im Oktober 2000 für einen Ausgabepreis von elf Euro an die Börse gegangen. 2009 war sie mit 0,84 Euro auf ein Allzeit-Tief gefallen.