Sorge vor ungeregeltem EU-Austritt Aufseher warnen Banken vor Brexit-Schock
Finanzdistrikt in London
Foto: Reinhard Krause/ REUTERSDie europäische Bankenaufsicht schlägt mit Blick auf den nahenden Brexit Alarm. Die EBA sieht viele Institute nur ungenügend auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union vorbereitet. Die Banken müssten sich noch viel stärker auf ein solches Krisenszenario vorbereiten, warnte die EBA. "Das soll ein Weckruf sein. Die Zeit läuft ab, und in manchen Fällen ist sie abgelaufen", sagte der für Bankenmärkte zuständige Direktor Piers Haben.
Die Institute dürften nicht fest davon ausgehen, dass es eine Übergangsperiode geben werde. Bislang sind die Banken aus EBA-Sicht noch nicht angemessen für den Fall vorbereitet, dass es zu einem ungeregelten Austritt der Briten aus der Europäischen Union kommt.
"Unternehmen können nicht davon ausgehen, dass sie weiterhin wie bisher operieren noch können sie sich auf bis jetzt nicht realisierte politische Vereinbarungen oder Maßnahmen der Politik stützen", sagte EBA-Chef Andrea Enria.
Auch EBA-Direktor Haben warnte die Banken, auf ein "Politik-Wunder" zu setzen. "Ich glaube nicht, dass sich Banken auf ein allgemeines allumfassendes staatliches Eingreifen verlassen können," sagte er.
Großbritannien tritt Ende März 2019 aus der EU aus. Bisher haben sich die Regierung in London und die EU noch nicht darauf verständigt, wie es danach weitergehen soll. Die Europäische Zentralbank und die Bank von England arbeiten zusammen daran, die Gefahren für Finanzdienstleiter einzudämmen. Der Brexit stellt in London angesiedelte Banken vor ein Problem: Für Dienstleistungen in der Europäischen Union benötigen sie ein Standbein in einem EU-Mitgliedsland.