Brexit-Sorgen Britische Autoproduktion bricht ein
Mini Cooper in Sunderland
Foto: SCOTT HEPPELL/ AFPDie Unsicherheit vor dem Brexit und neue Abgasvorschriften haben die britische Autoproduktion im September deutlich einbrechen lassen. Nach Angaben des Branchenverbandes SMMT sank die Produktion um 16,8 Prozent auf rund 130.000 Fahrzeuge. Dabei ging die Inlandsnachfrage um 19 Prozent zurück, während die Exporte um 16,2 Prozent fielen.
Die britischen Automobilmanager sind besorgt, dass nach dem Brexit Zölle eingeführt werden könnten, falls London und die EU keinen Austrittsvertrag abschließen. "Es war ein turbulentes Jahr, und die Branche braucht Stabilität, die angesichts der fehlenden Ergebnisse der Brexit-Verhandlungen schwer zu greifen ist", sagte SMMT-Chef Mike Hawes. Ein harter Bruch hätte gravierende Folgen - speziell für Unternehmen, die mit ihren Zulieferern in der ganzen Welt vernetzt sind.
Die Autoindustrie spielt eine wichtige Rolle in Großbritannien. Aktuell arbeiten mehr als 850.000 Menschen in der Branche. Neben Toyota unterhalten auch Honda und Nissan große Werke in Großbritannien. Das Nissan-Werk im nordenglischen Sunderland etwa - wo 7000 Menschen arbeiten - produziert im Jahr eine halbe Million Autos, ein Drittel der gesamten Produktion des Landes.
Folgen des neuen Abgastests
Zusätzlich machen den britischen Unternehmen strengere Abgas-Testverfahren zu schaffen, weil Hersteller Probleme bei der nötigen Zertifizierung bekommen. Seit dem 1. September gilt auch in Großbritannien das neue Abgasprüfverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, zu Deutsch "weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren"). Der neue Testzyklus soll für realistischere Verbrauchswerte der Autos sorgen und so mehr Transparenz für den Verbraucher schaffen. Nach dem alten Testverfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) lag der Verbrauch von Neuwagen in Europa noch um durchschnittlich 42 Prozent höher als von den Herstellern angegeben.
Wegen der neuen Abgastest war auch in Deutschland im September der Automarkt eingebrochen: Der Absatz ging um 200.000 Neuwagen im Vergleich zum Vorjahr zurück.
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