Wirtschaftswunder Das Bärchen-Märchen
Der Bär ist an der Börse das Symbol für fallende Kurse, doch für den Teddybären gilt das offenbar nicht. Die Aktie der amerikanischen Handelskette »Build A Bear Workshop« ist in den vergangenen fünf Jahren von unter drei auf knapp 73 Dollar gestiegen. Bei solchem Wachstum können selbst Techriesen wie Nvidia oder Oracle nicht mithalten. Das Konzept des Börsenstars aus der US-Stadt St. Louis: Build A Bear lässt Kundinnen und Kunden in seinen Läden eigenhändig ihr persönliches Stofftier basteln. Besucher eines der weltweit mehr als 600 Läden – zwei sind in Deutschland geplant – befüllen ihren Bären selbst mit Watte, wählen eine Hose und Accessoires aus. In den Läden kann man Geburtstage feiern, was bei Weitem nicht nur Kinder tun. Der »Kidulting«-Trend, bei dem Erwachsene in Erinnerungen an ihre Kindheit schwelgen, lässt grüßen. Dass zudem mehr Menschen individuelle Geschenke suchen und das Unternehmen trotz des Erfolgs konsequent unrentable Läden schließt, sind weitere Gründe für den unglaublichen Bären-Boom. Build A Bear beweist: Es gibt noch Einzelhändler, die dem Innenstadtsterben und der Flut von Temu-Schrott etwas entgegensetzen können.