China: Angst vor einem Börsencrash wächst - DER SPIEGEL
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Börsen in China Angst vor dem Crash

Am chinesischen Aktienmarkt wächst die Furcht vor einem Börsencrash. In nur drei Wochen fiel der Leitindex in Shanghai um 30 Prozent - heute ging es erneut um fast sechs Prozent nach unten.
Börsen in China: Nach dem Boom geht es abwärts
Börsen in China: Nach dem Boom geht es abwärts

Börsen in China: Nach dem Boom geht es abwärts

Foto: STR/ AFP
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Die Aktienkurse an den wichtigsten chinesischen Börsen bröckelt immer weiter: Nach Tagen heftiger Kursverluste ist der Shanghaier Leitindex am Freitag um weitere 5,8 Prozent abgestürzt. Allein in dieser Woche brach der Index mit den 300 größten börsennotierten Unternehmen um mehr als zwölf Prozent ein, seit Anfang Juni ging es um 30 Prozent runter.

Die Aufsichtsbehörden versuchen, die Finanzmärkte zu stabilisieren und suchen jetzt verstärkt nach Hinweisen auf illegale Marktmanipulationen. Dazu werde eigens ein Team an Ermittlern eingesetzt, hieß es am Freitag von der chinesischen Wertpapieraufsicht CSRC.

Viele chinesische Investoren glauben, dass die Schuld an der Talfahrt bei ausländischen Investoren liegt, die massiv auf fallende Kurse in China gewettet haben sollen. "Die Regierung muss den Markt retten, nicht mit leeren Worten, sondern mit Silber und Gold", sagte Stratege Fu Xuejun vom Brokerhaus Huarong Securities. Ein Börsencrash würde sonst Banken, Konsum und Unternehmen mit nach unten reißen und für soziale Instabilität sorgen. "Es ist eine Katastrophe, wenn das keine ist, was dann?"

Die Regierung in Peking versucht mittlerweile den hoch spekulativen Handel mit Hebelprodukten einzudämmen, bei dem mit geringen Beträgen große Volumen bewegt werden können. So wurden die Bedingungen für das mit geliehenem Geld betriebene Geschäft ("Margin Lending") verschärft und höhere hinterlegte Sicherheiten von den Investoren eingefordert.

Vor dem Höchststand im Juni waren die Kurse in China, befeuert von diesen vor allem von Privatanlegern betriebenen riskanten Wetten, monatelang nach oben geschossen. Die Mehrzahl der Marktexperten hatte angesichts eines Kursplus von rund 150 Prozent im Zeitraum November bis Mitte Juni von einer Spekulationsblase bei chinesischen Aktien gesprochen.

Viele Investoren weltweit sorgen sich nun, dass bei einem Platzen der Blase in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft das ohnehin schwächelnde Wachstum in Gefahr gerät.

nck/Reuters/dpa