Hochgeschwindigkeitszüge: Boliden auf der Schiene
Angriff auf den Weltmarkt China verkündet Mega-Fusion der Zugbauer
Peking - Die beiden größten chinesischen Zughersteller haben sich zusammengeschlossen, um auf dem Weltmarkt gegen Rivalen wie Siemens und Bombardier anzutreten. Die 26 Milliarden Dollar schwere Mega-Fusion zwischen CNR und CSR wurde in der Nacht zum Mittwoch verkündet. Die Aktienkurse beider Unternehmen schossen daraufhin steil nach oben.
In einer Mitteilung an der Shanghaier Börse hieß es, der Zusammenschluss solle "einen neuen grenzüberschreitenden und weltweit führenden Anbieter für hochwertige Bahnausrüstung schaffen", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. Beim Angriff auf den Weltmarkt sollten so auch "Grabenkriege" zwischen den beiden Herstellern vermieden werden.
Die beiden Konzerne hatten bereits seit Wochen über die Fusion verhandelt. Sie zählten schon bisher zu den größten Staatsunternehmen des Landes und produzieren 80 Prozent der normalen Frachtzüge und die meisten U-Bahnen in China.
Die Fusion zielt nun darauf ab, Konzernen wie Siemens oder Alstom künftig beim Bau von Hightech-Zügen verstärkt Konkurrenz zu machen. China hat zwar das größte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt und baut auch eigene Züge, doch die zugrunde liegende Technik dafür kommt bisher oft noch aus Deutschland, Frankreich oder Japan. Das will die Regierung in Peking nun ändern.
Dafür wird eine alte Entscheidung aus dem Jahr 2000 rückgängig gemacht. Damals war die staatliche Bahnindustrie in die zwei Hersteller im Norden und Süden, China North (CNR) und China South Locomotive and Rolling Stock Corporation (CSR), aufgeteilt worden, um den Wettbewerb zu fördern. Die Zugbauer waren damals Kooperationen mit ausländischen Herstellern wie Siemens, Alstom oder dem kanadischen Hersteller Bombardier eingegangen, um Hochgeschwindigkeitszüge zu entwickeln.
Das neue Unternehmen soll CRRC heißen und rund 170.000 Mitarbeiter beschäftigen. Da Chinas Bahnmarkt in Zukunft nicht mehr so rasant wachsen wird und die Kapazitäten groß sind, wird es sich auch verstärkt auf dem Weltmarkt umschauen müssen.