Sorgen über neue Finanzpolitik Kurssturz an Chinas Aktienmärkten
Börse in Shanghai (Archivbild): Heftige Kurseinbrüche
Foto: ? Sheng Li / Reuters/ REUTERSShanghai - Chinas wichtigste Börsen haben am Dienstag herbe Verluste erlitten. In Shanghai rutschte der CSI-300-Index mit den 300 größten börsennotierten Unternehmen im späten Handel binnen anderthalb Stunden von rund 3385 auf 3107 Punkte ab und stand damit zum Handelsende 4,49 Prozent im Minus.
Damit endete die längste Gewinnserie in der Geschichte des Index am 13. Tag abrupt. Vor allem Bankenwerte und Aktien von Versicherern verbuchten heftige Verluste.
Der Shanghai Composite stürzte zum Handelsende um 5,43 Prozent ab - es war der stärkste Einbruch seit August 2009. Im frühen Handel hatte der Index noch mehr als zwei Prozent im Plus gestanden.
Grund waren Sorgen über eine Wende in der Finanzpolitik. China will die Zügel auf dem Markt für Anleihen straffer anziehen. Bonds mit einem schwächeren Rating sollen bald nicht mehr als Pfand bei bestimmten Geschäften verwendet werden dürfen. Der scharfe Ausverkauf am Bondmarkt drückte die Landeswährung nach unten - und schwappte dann zum Aktienmarkt über.
Schlechte Vorgaben aus Übersee haben den Dax am Dienstag im frühen Handel erneut belastet. Der deutsche Leitindex gab zum Start 0,8 Prozent auf 9931 Punkte nach und fiel wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten.
Parallel endete die Gewinnserie des japanischen Nikkei . Er stand zum Handelsende knapp 0,70 Prozent im Minus. Exportabhängige Werte litten unter einem stärkeren Yen, Energieaktien unter einem Ölpreis auf Fünf-Jahres-Tief. Auch an den anderen asiatischen Börsen ging es abwärts.