China-Unternehmen Sany Putzmeister erhält lange Standortgarantie
Pumpenhersteller Putzmeister: Standortgarantie vom chinesischen Eigner
Foto: PutzmeisterHamburg - Die Mitarbeiter des Betonpumpenherstellers Putzmeister können nach der Übernahme durch den chinesischen Rivalen Sany aufatmen. Der neue Eigentümer hat nicht gegen eine Standortgarantie interveniert. Die Putzmeister-Geschäftsführung hat zugesichert, im Zusammenhang mit der Übernahme keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.
Der Deal soll die Beschäftigung in dem Unternehmen bis zum 31.12.2020 sichern. Das erfuhr manager magazin online aus Verhandlungskreisen.
Auch Änderungskündigungen sind ausgeschlossen. Sany kann damit auch keine Putzmeister-Angestellten an den neuen Deutschlandhauptsitz der Chinesen nach Bedburg versetzen. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die Geschäftsführung am Putzmeister-Sitz in Aichtal mit Vertretern der Arbeitnehmer den neuen Tarifvertrag ausgehandelt.
Putzmeister-Chef Norbert Scheuch wird in den Sany-Vorstand aufrücken und vertritt somit auch die Interessen des neuen Eigentümers. Damit gewährt Sany indirekt eine ungewöhnlich lange Standortgarantie. Diese gilt allerdings nur unter der Bedingung, dass der deutsche Traditionskonzern nicht wieder in eine Krise schlittert.
Der ehemalige Weltmarktführer aus Baden-Württemberg war im Zuge der Finanzkrise 2008 in finanzielle Schwierigkeiten geraten - und wurde so erst zum Übernahmeziel für den chinesischen Konkurrenten. Die Akquisition von Putzmeister durch Sany Ende Januar markiert eine Zäsur für die deutsche Industrie. Zum ersten Mal hat damit ein chinesischer Konzern einen deutschen Weltmarktführer in seiner Branche übernommen. Die Putzmeister-Angestellten sollen heute über die Vereinbarung informiert werden.