Coca-Cola schaltet Anrufbeantworter ab - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Arbeitsvereinfachung Coca-Cola schaltet Anrufbeantworter ab

Coca-Cola hat genug von nervigen Sprachnachrichten. In der Zentrale in Atlanta hat der Getränkekonzern seine Anrufbeantworter bereits abgeschaltet. Andere Firmen könnten diesem Beispiel folgen.
Produktivitätsmaßnahme: Coca-Cola schaltet die Anrufbeantworter ab
Produktivitätsmaßnahme: Coca-Cola schaltet die Anrufbeantworter ab

Produktivitätsmaßnahme: Coca-Cola schaltet die Anrufbeantworter ab

Foto: Scott Olson / AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Atlanta/Hamburg - "Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Ton" - was früher üblich war, wird im Zeitalter der mobilen Kommunikation zunehmend überflüssig. Der Getränkekonzern Coca-Cola   reagiert auf den Wandel und schaltet in seiner Zentrale in Atlanta alle Anrufbeantworter ab.

Ziel der Maßnahme sei es, "die Arbeit zu vereinfachen und die Produktiviät zu erhöhen", zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg  aus einem Memo von Chief Information Officer Ed Steinike. Seit Anfang Dezember werden demnach Anrufer, die niemanden direkt erreichen, gebeten, es später noch einmal zu versuchen oder auf eine "alternative Methode" zurückzugreifen, um die gewünschte Person zu erreichen.

Die Ankündigung vom 6. Novermber sorgte bei den Mitarbeitern, denen erst kürzlich ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt worden war, laut Bloomberg  für einige Unruhe. Der Konzern selbst erhofft sich laut einer Sprecherin davon allerdings lediglich Einsparungen von weniger als 100.000 Dollar jährlich. Es gehe mehr um eine Vereinfachung der Arbeit denn um Kostenersparnis, erklärte eine Sprecherin.

Für Technologieexperten kommt der Schritt indes nicht unerwartet - angesichts zahlreicher anderer Kommunikationsmöglichkeiten wie SMS, Sofortnachrichten oder Anrufen auf dem Smartphone.

"Leute jenseits der 40 sind schizophren, was Voicemail angeht", kommentierte Michael Schrage, der sich beim MIT mit digitalen Geschäftstechnologien beschäftigt, die Entwicklung. "Leute unter 35 benutzen es so gut wie nie."

Bei Coca-Cola betrifft das Voice-Mail-Aus laut Bloomberg bislang die Zentrale in Atlanta und das nahe gelegene Technologiezentrum. Angestellten, die das System als geschäftskritisch einstuften, gestand der Konzern jedoch die Beibehaltung einer Mailbox zu. Laut Bloomberg haben sich sechs Prozent der Beschäftigten dafür entschieden.

Laut dem Telekommunikationsanbieter AT&T setzen Unternehmen mittlerweile ohnehin mehr und mehr internetbasierte Systeme ein, die zeigen, von wem hinterlassene Nachrichten stammen, was es für die Angerufenen erleichtert, möglicherweise wichtige Nachrichten auszusieben. Einige Systeme sind auch bereits in der Lage, hinterlassene Sprachnachrichten in E-Mails zu konvertieren.

Allerdings ist auch die E-Mail-Flut vielen Konzernen mittlerweile ein Dorn im Auge. Über die Einrichtung sozialer Firmen Netzwerke versuchen sie zumindest einen Teil der einlaufenden E-Mails zu vermeiden und so - wie Coca-Cola - wertvolle Arbeitszeit ihrer Beschäftigten zu sparen.

Mehr lesen über