Comeback Ex-Chef Wenning soll Bayer-Aufsichtsrat leiten
Wenning: Er stand acht Jahre an der Spitze von Bayer
Foto: Oliver Berg/ picture-alliance/ dpaFrankfurt am Main - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will den Ex-Vorstandsvorsitzenden Werner Wenning zum Aufsichtsratschef ernennen. Die Aktionäre sollen auf der Hauptversammlung am 27. April über diesen Schritt entscheiden, teilte Bayer am Donnerstag im Anschluss an eine Sitzung des Kontrollgremiums mit.
Chef-Kontrolleur Manfred Schneider solle noch bis Ende September bleiben. Nach seinem Ausscheiden soll Wenning dann am 1. Oktober in das Gremium eintreten und den Chefposten bis Ende der Wahlperiode 2017 übernehmen. Über die Wahl zum Chef des Aufsichtsrats befinden die Mitglieder untereinander.
Wenning wäre mit diesem Vorgehen der erste Ex-Chef eines Dax-Konzerns, der nach der gesetzlich vorgeschriebenen Zwangspause von zwei Jahren als oberster Kontrolleur wieder eine wichtige Funktion im Unternehmen übernimmt. Nach den Regeln des Kodex für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) dürfen ehemalige Vorstände erst nach einer Auszeit von zwei Jahren in den Aufsichtsrat wechseln. Wenning, der stets mit einem Wechsel in den Aufsichtsrat liebäugelte, gab Ende September 2010 die Führung an den Niederländer Marijn Dekkers ab.
Er hatte den Konzern seit der Hauptversammlung im April 2002 geleitet, nachdem er Schneider als Bayer-Chef abgelöst hatte. Schneider war direkt an die Spitze des Aufsichtsrats gewechselt, was damals noch möglich war. Durch die inzwischen geforderte zweijährige Karenzzeit soll verhindert werden, dass Aufsichtsräte eigene im Management gefällte Entscheidungen nachträglich selbst absegnen können.
Bayer gab am Donnerstag zudem ein neues Vergütungssystem für die Aufsichtsratsmitglieder bekannt. So sollen die Kontrolleure künftig eine Festvergütung von 120.000 Euro pro Jahr erhalten. Für die Tätigkeit in Ausschüssen kommt noch eine weitere Entlohnung hinzu. Der Bayer-Chefkontrolleur soll fest 360.000 Euro jährlich erhalten, sein Vize 240.000 Euro. Die Aufsichtsräte sollen sich dabei selbst verpflichten, für ein Viertel ihrer Vergütung Bayer-Aktien zu erwerben.