Job-Wechsel Commerzbank-Manager könnte Posten freiwillig räumen
Commerzbank-Manager Klösges (2.v.r.): Wollte Bericht nicht kommentieren
Foto: Frank Rumpenhorst/ dpaFrankfurt am Main - Der Aufsichtsrat der Commerzbank muss am Mittwoch voraussichtlich nur noch über die Abberufung eines Vorstands abstimmen. Jochen Klösges dürfte einem erzwungenen Abschied durch einen Rücktritt entgehen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der 49-jährige Klösges habe ein Angebot einer anderen Bank vorliegen. Wenn er den Vertrag dort unterschreibe, werde er sein Amt bei der Commerzbank noch vor der Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwoch niederlegen. Die Bank und Klösges wollten die Informationen nicht kommentieren, über die zuerst das "Handelsblatt" berichtet hatte.
Um die juristisch umstrittene Abstimmung kommt der Commerzbank-Aufsichtsrat dennoch nicht herum. Das Gremium will Klösges und seinen Kollegen Ulrich Sieber auf Betreiben von Vorstandschef Martin Blessing loswerden, um den Vorstand auf sieben Mitglieder zu verkleinern. Sieber, der mit Klösges die interne Abbaubank leitet und zugleich Personalchef ist, wolle das Verfahren durchfechten und scheue eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht, hieß es in Bankkreisen.
Im ersten Anlauf war die Abberufung der beiden Vorstände Mitte Oktober im Aufsichtsrat am Widerstand der Arbeitnehmer-Vertreter gescheitert. In der dritten Runde, die für Mittwoch geplant ist, könnte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller sein Doppelstimmrecht ausüben und die Abberufung damit durchsetzen. Zuvor trifft sich am Dienstag der Vermittlungsausschuss.
Letztlich geht es für beide Vorstände ums Geld. Bei einer gewöhnlichen Trennung hätten sie Anspruch auf bis zu vier Jahresgehälter als Abfindung, da ihre Verträge noch bis zum Jahr 2017 laufen. Doch dagegen sperrt sich das Finanzministerium. Bei einer Abberufung ist die Abfindung auf zwei Jahresgehälter gedeckelt - und wird mit dem neuen Gehalt verrechnet, wenn der Manager einen neuen Job antritt. Vor allem auf letzteres wollten sich die beiden Medienberichten zufolge nicht einlassen. Bei Klösges und Sieber geht es jeweils um rund 2,5 Millionen Euro. Bei einem Rücktritt bekäme Klösges sein Gehalt nur so lange weitergezahlt, bis er seinen neuen Job antritt.