Beschluss der EU-Kommission Commerzbank-Tochter Eurohypo wird abgewickelt
Immobilienkreditbank Eurohypo: Eine Marke verschwindet vom Markt
Foto: dapdBrüssel - Die EU-Kommission hat dem Sanierungsplan der Commerzbank für die Tochtergesellschaft Eurohypo zugestimmt. Damit kann die Eurohypo abgewickelt werden. "Die neue Vereinbarung stellt sicher, dass die Eurohypo vom Markt verschwindet", teilten die EU-Wettbewerbshüter am Freitag in Brüssel mit.
Der Beschluss hat weitreichende Folgen: Die Commerzbank gründet für ihr Staatsfinanzierungsgeschäft und für große Teile des Immobiliengeschäfts eine sogenannte Bad Bank. In dieser werden Anlagen, deren Wert stark verfallen ist, geparkt. Dann werden die bisher zur Eurohypo gehörenden Bereiche abgewickelt.
Die Bank darf nur noch einen kleinen Teil ihres Immobiliengeschäfts weiterführen. Ihr bleibt das Geschäft mit Gewerbeimmobilien in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien. Hier darf sie pro Jahr nur noch neue Kredite im Wert von maximal fünf Milliarden Euro vergeben. Insgesamt darf das Volumen des Bereichs 25 Milliarden Euro nicht überschreiten. Die Marke "Eurohypo" muss vom Markt verschwinden. Wie der Bereich künftig heißen soll, steht noch nicht fest.
Ursprünglich war vorgesehen, dass die Commerzbank ihre Tochter bis Ende 2014 verkaufen muss. Weil die Eurohypo aber vor allem risikoreiche Staatsanleihen hält, wäre ein Verkauf kaum zu bewältigen gewesen.
Bei der Eurohypo klafft der größte Teil der 5,3 Milliarden Euro großen Kapitallücke, die die europäische Bankenaufsicht EBA bei der Commerzbank festgestellt hatte. Zwischen 2008 und 2010 schrieb der Staats- und Immobilienfinanzierer knapp drei Milliarden Euro Verlust. Ende 2011 stoppte die Commerzbank die Aufnahme neuer Geschäfte bei ihrer Tochter.
Die Zukunft der 1200 Mitarbeiter und des Standorts Eschborn sind noch offen, teilte die Commerzbank mit. In Finanzkreisen heißt es, in einem ersten Schritt könnten rund 300 Stellen gestrichen werden.