Sparkurs Commerzbank will zwei Top-Manager abberufen
Commerzbank: Das Geldhaus wollte sich zu den Berichten nicht äußern
Foto: INA FASSBENDER/ REUTERSFrankfurt am Main - Die Commerzbank macht Ernst mit den Kürzungsplänen in der Führungsetage. Zwei der neun Vorstandsmitglieder sollen das Gremium verlassen, der Aufsichtsrat soll schon in der kommenden Woche darüber entscheiden, berichten Reuters und das "Handelsblatt" übereinstimmend.
Der Zeitung zufolge handelt es sich bei den Managern um Jochen Klösges und Ulrich Sieber. Sie sind im Vorstand für die Abwicklungsbank zuständig. Sieber ist zugleich Personalchef der Bank. Die Commerzbank wollte sich zu den Personalien nicht äußern. "Mit neun Mitgliedern ist der Commerzbank-Vorstand eher üppig besetzt", zitiert Reuters ein namentlich nicht genannten Bankmanager. Die ungleich größere Deutsche Bank kommt mit sieben Vorständen aus.
Auch zahlreiche Bereichsvorstände müssen um ihren Job zittern. 51 Commerzbank-Manager tragen diesen Titel, darunter sind vier Frauen. "Es ist klar, dass man für eine so stark geschrumpfte Bank weniger Manager braucht - zumal, wenn gleichzeitig mehr als 5000 Stellen an der Basis abgebaut werden", so ein Insider zu Reuters.
Ein erster Versuch Blessings, den Vorstand nach der Fusion mit der Dresdner Bank vor fünf Jahren zu verkleinern, war vor einem Jahr gescheitert. Nach der Entscheidung, das Immobilien- und das Schiffsfinanzierungsgeschäft einzustellen, sollte der dafür im Vorstand zuständige Klösges gehen. Doch das Bundesfinanzministerium hatte Aufsichtsratskreisen zufolge sein Veto eingelegt, weil die Auszahlung seines gerade erst bis 2017 verlängerten Vertrages oder eine Millionen-Abfindung nicht in die politische Landschaft passte. Seither kümmert Klösges sich gemeinsam mit Sieber um die Abwicklung der internen "Bad Bank".
Doch inzwischen hält der deutsche Staat mit 17 Prozent keine Sperrminorität mehr, sein Einfluss ist begrenzt. Vorstandschef Martin Blessing nannte ihn einen "ganz normalen Großaktionär".