Deutsche Bahn – Güterverkehr-Tochter: Bremst DB Cargo Wettbewerber aus? - DER SPIEGEL
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Konkurrenz im Güterverkehr Bremst DB Cargo Wettbewerber aus?

Private Konkurrenten sollen der Güterverkehr-Tochter der Deutschen Bahn offenbar Fördergelder abtreten. Betroffene Unternehmen fühlen sich von DB Cargo im Wettbewerb behindert.
• aus DER SPIEGEL 25/2024
Rangierbahnhof in Halle
Rangierbahnhof in Halle

Rangierbahnhof in Halle

Foto: Jochen Eckel / picture alliance

Die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn, DB Cargo, verlangt offenbar von ihren privaten Mitbewerbern, Fördergelder abzutreten.

So soll die Bahn-Tochter von ihren privaten Kooperationspartnern bis zu 90 Prozent der Gelder aus der sogenannten Einzelwagenförderung des Bundes gefordert haben. Das berichten mehrere betroffene Unternehmen übereinstimmend.

Fast eine halbe Milliarde Euro Verlust

Weil sich das Geschäft mit einzelnen Güterwagen nicht rechnet, hat die Ampelregierung auch auf Druck der konzernnahen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) eine Förderung beschlossen. Vom 1. Juli an sollen fünf Jahre lang insgesamt 1,7 Milliarden Euro fließen. Davon profitiert die DB Cargo, die allein 2023 fast eine halbe Milliarde Euro Verlust schrieb. Sie hat bei den Einzelwagen ein Quasimonopol.

In bestimmten Fällen arbeitet sie aber mit Privatanbietern zusammen, die etwa Wagen die letzten Kilometer bis zu den Firmenkunden fahren. Sie haben ebenfalls Anspruch auf Förderung, die ihnen DB Cargo aber offenbar streitig macht.

DB Cargo droht ein Beihilfe-Verfahren

Auf Anfrage erklärt DB Cargo, dass die Privatfirmen nur einen kleinen Teil des Weges abdeckten, dabei Leistungen von DB Cargo nutzten und ausreichend bezahlt würden. »Ziel der Förderung ist, den Mehraufwand auszugleichen – für jene, die ihn tatsächlich haben.«

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Auf EU-Ebene läuft derweil ein Verfahren wegen unzulässiger Beihilfen. Die EU-Kommission will die Geldspritzen für die Deutsche Bahn nicht weiter hinnehmen. In einem vergleichbaren Verfahren in Frankreich, das mehr als fünf Milliarden Euro Verluste der staatlichen Güterbahn SNCF Fret übernommen hatte, gab es bereits weitreichende Auflagen, die zu einer umfassenden Restrukturierung der Güterverkehrssparte führten.

Die privaten Bahn-Wettbewerber, die mittlerweile über sechzig Prozent der Verkehre fahren, sind deutlich profitabler. Sie profitieren nur geringfügig von den üppigen staatlichen Förderungen, mit denen die Strukturen bei DB Cargo erhalten werden sollen.

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