Deutsche Bahn befürchtet Milliardenverlust: Rüdiger Grube gibt Fehler zu - DER SPIEGEL
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Deutsche Bahn Milliardenverlust - Grube räumt Fehler ein

Die Deutsche Bahn rechnet in diesem Jahr mit dem ersten Verlust seit zehn Jahren: Zwei Milliarden Euro wird das Minus betragen. Konzernchef Rüdiger Grube sieht die Ursachen in der Struktur seines Unternehmens.
Bahnchef Grube setzt auf den Konzernumbau: "Wir spielen offensiv"
Bahnchef Grube setzt auf den Konzernumbau: "Wir spielen offensiv"

Bahnchef Grube setzt auf den Konzernumbau: "Wir spielen offensiv"

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS
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Die Deutsche Bahn rechnet in diesem Jahr mit einem hohen Verlust. Für den geplanten Konzernumbau erwarte das Unternehmen Sonderbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Euro, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag in Berlin mit.

Allein 1,3 Milliarden Euro machen Sonderabschreibungen im Schienengüterverkehr aus, weitere 700 Millionen Euro entfallen auf Restrukturierungskosten für den Konzernumbau.

Die Zahlen sind schon seit Anfang Dezember bekannt, als die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet hatte, dass zwar der Umsatz in diesem Jahr auf mehr als 40 Milliarden Euro steigen solle, aber wegen der Neubewertungen im Güterverkehr außerordentliche Abschreibungen nötig seien.

Angesichts der schwachen Zahlen räumte Bahnchef Rüdiger Grube Fehler der Konzernleitung ein. "Vielleicht haben wir bisher zu sehr in Zuständigkeiten gedacht - und nicht in Verantwortlichkeiten", sagte Grube im Beisein seiner Vorstandskollegen.

In den vergangenen Jahren sei manchmal der Eindruck entstanden, "die Bahn als ehemaliger Staatsmonopolist habe sich im wesentlichen aufs Defensivspiel verlegt", bekannte Grube bei der Präsentation des weiteren Konzernumbaus sowie eines Programms für mehr Qualität, Service und Pünktlichkeit. Der Vorstand hatte diese am Mittwoch im Aufsichtsrat vorgestellt. Nun gelte: "Wir spielen offensiv", sagte Grube.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, sollen im Fernverkehr bis zum Jahr 2020 fast sechs Milliarden Euro investiert werden, in den Schienengüterverkehr 1,2 Milliarden. 1,4 Milliarden Euro sollen in die Konzerntochter DB Schenker Logistics investiert werden. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hatte am Mittwoch grünes Licht für den geplanten Konzernumbau gegeben.

Auch der tägliche Betrieb soll besser werden: Die Bahn will im Fernverkehr pünktlicher werden und sich damit auch gegen die zunehmende Konkurrenz durch Busse stemmen. Grube kündigte an, bereits 2016 sollten im Fernverkehr im Durchschnitt vier von fünf Zügen pünktlich fahren (80 Prozent). Derzeit fahren nur etwa 74 Prozent gemäß Fahrplan. Mit digitaler Technik und mobilen Einsatzteams solle die Zahl technischer Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur deutlich reduziert werden.

2600 Arbeitsplätze gefährdet

Bei der geplanten Sanierung des Güterverkehrs sind nach Unternehmensangaben bis zu 2600 Arbeitsplätze in Gefahr. Die vorgesehenen strukturellen Anpassungen könnten "bedeuten, dass bis zu 2600 Stellen im Mittelfristzeitraum gefährdet sind", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Die Deutsche Bahn befinde sich bereits seit einigen Wochen in intensiven Gesprächen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft und der Lokführergewerkschaft.

Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer sagte, Auswirkungen auf Arbeitsplätze seien im Bereich Güterverkehr nicht zu vermeiden. Die Bahn werde sich jedoch bemühen, "das Thema sozialverträglich unter Nutzung unseres konzernweiten Arbeitsmarktes und im Rahmen der demografischen Entwicklungen zu lösen".

Ziel sei es, in einigen Jahren "deutlich mehr Güter zu fahren als heute", ergänzte der Bahn-Vorstand für Verkehr und Transport, Berthold Huber.

nck/AFP/dpa