Deutsche Bank: Ein Chef, ein Chef! - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Ein Chef, ein Chef!

Wer folgt Josef Ackermann an der Spitze der Deutschen Bank? Die Suche nach einem neuen Chef des größten deutschen Geldhauses läuft bislang schleppend. Was muss der Neue alles mitbringen, um erfolgreich zu sein? Eine nicht ganz ernsthafte Stellenbeschreibung.
Silhouette von Noch-Chef Ackermann: Sein Nachfolger muss vor allem ein Erbe verwalten
Silhouette von Noch-Chef Ackermann: Sein Nachfolger muss vor allem ein Erbe verwalten

Silhouette von Noch-Chef Ackermann: Sein Nachfolger muss vor allem ein Erbe verwalten

Foto: A3471 Boris Roessler/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Es will einfach nicht gelingen. Seit Monaten sucht die Deutsche Bank   einen Nachfolger für Konzernchef Josef Ackermann. Doch der oberste Suchbeauftragte Clemens Börsig erlebt eine Pleite nach der anderen. Zuletzt ging dem Aufsichtsratsboss ein dicker Brocken von der Angel: Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber heuerte lieber beim Schweizer Konkurrenten UBS an.

Nächster Versuch also: diesmal vielleicht ohne Headhunter und Hinterzimmergekungel, sondern ganz klassisch per Stellenanzeige. SPIEGEL ONLINE hat mit Personalberatern gesprochen und zeigt, wie eine solche Anzeige aussehen könnte.

WER WIR SIND

Die Deutsche Bank ist ein 1870 gegründetes Finanzinstitut mit weltweit mehr als 100.000 Mitarbeitern in rund 70 Ländern. Nach einer sehr erfolgreichen Zeit mit unserem derzeitigen Vorstandsvorsitzenden sind wir nun offen für neue Impulse - ob von innen oder von außen.

WIR BIETEN

  • den wichtigsten Job in der deutschen Finanzbranche. Falls Sie Zweifel an dieser Darstellung haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an Commerzbank-Chef   Martin Blessing.
  • politischen Einfluss, auch bei der Gestaltung von Gesetzen. Eine Übersicht unserer Erfolge senden Ihnen unsere Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung auf Anfrage gerne zu.
  • die Führung eines extrem erfolgreichen Konzerns. Anders formuliert: Wir sind keine Landesbank.
  • ein Fix-Gehalt von knapp 1,7 Millionen Euro, das mit ein bisschen Geschick bis in den zweistelligen Millionenbereich ausgebaut werden kann. Leider bleibt davon in Deutschland nur rund die Hälfte übrig.
  • einen angenehmen Arbeitsplatz in einer oberen Etage eines modernisierten, energieeffizienten Glasturms in Frankfurt am Main. Die Main-Metropole ist nach Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und anderen Orten eine der attraktivsten Städte in Deutschland.
  • Bewerbern aus dem Ausland eine berufliche Perspektive in Deutschland. Falls Sie die Sehnsucht packt, erreichen Sie den Flughafen Frankfurt bequem in gut zehn Minuten mit der S-Bahn. (Geht schneller als mit dem Dienstwagen).

IHRE AUFGABEN

  • Sie werden in der nationalen und internationalen Öffentlichkeit als Repräsentant der Deutschen Bank, der deutschen Finanzbranche und manchmal auch ganz Deutschlands auftreten. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie im Ausland mit der Bundeskanzlerin verwechselt werden.
  • Sie sollten das Erbe Ihres Vorgängers umsichtig verwalten und die zahlreichen Zukäufe (Postbank  , Sal. Oppenheim) geräuschlos integrieren.
  • Wir erwarten zudem, dass Sie sich auf nationaler wie internationaler Ebene für ein bankenfreundliches Umfeld einsetzen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, Posten in internationalen Verbänden zu übernehmen.
  • Ein bis zwei Talkshow-Auftritte pro Jahr gehören zum Pflichtprogramm eines Vorstandsvorsitzenden, bevorzugt im ZDF.
  • Lächeln. Immer schön lächeln.

WIR ERWARTEN

  • gute Deutschkenntnisse, mindestens aber ein Gespür für die deutsche Kultur. Die Kosten für einen Sprachkurs übernehmen wir gern.
  • ein möglichst umfassendes Netzwerk politischer Kontakte.
  • ehrgeizige Renditeziele, die Sie auch gegen öffentlichen Widerstand selbstbewusst verfolgen.
  • Leidensfähigkeit: Sie sollten es ertragen können, dass einige Ihrer Investmentbanker mehr verdienen als Sie selbst.
  • diplomatisches Geschick. Im Klartext: Keine Peanuts, kein Victory-Zeichen, keine Interviews über die Zahlungsunfähigkeit irgendwelcher Unternehmen!
  • eine gewisse Robustheit: Zwei schnell hinuntergeschlungene Würstchen mit Sauerkraut sollten Sie nicht umhauen - auch nicht in Zeiten von Finanzkrisen.
  • eine hohe Belastbarkeit und die Bereitschaft, auch am Wochenende in Telefonkonferenzen das internationale Finanzsystem zu retten.
  • idealerweise eine Promotion in den Fächern Volkswirtschaftslehre oder Betriebswirtschaftslehre.

Ihre Bewerbungsunterlagen mit Ihren Gehaltsvorstellungen und dem frühestmöglichen Eintrittstermin richten Sie bitte an: Clemens Börsig, Frankfurt am Main

Bei gleicher Qualifikation werden Inder bevorzugt.