Deutsche Bank Einigung im Bonus-Streit vorerst gescheitert
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt
Foto: Boris Roessler/ dpaDie Deutsche Bank und einige ihrer ehemaligen Spitzenmanager stehen sich im Streit um Bonuszahlungen unversöhnlich gegenüber. Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, scheiterte jetzt mit dem Versuch, eine Einigung mit Ex-Vorstandschef Josef Ackermann und weiteren ehemaligen Vorständen herbeizuführen.
Nach SPIEGEL-Informationen endete eine Verhandlungsrunde zwischen Anwälten beider Seiten am Montag ergebnislos. Der Aufsichtsrat prüft seit Jahren, ob Ex-Manager im Zusammenhang mit zahlreichen Skandalen ihre Pflichten verletzt haben und deshalb auf Bonusansprüche verzichten müssten. Einige von ihnen sollen dazu bereit gewesen sein. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)
Die Stimmung ist jedoch vergiftet, seit die Ex-Vorstände Achleitner verdächtigen, über die Medien Druck aufzubauen. In seinem Umfeld wird das dementiert. Strittig ist nicht nur die Höhe des Vergleichs, es geht um mindestens 30 Millionen Euro. Die Manager wollen offenbar auch zugesichert bekommen, dass ihnen persönlich keinerlei Schuld an Skandalen wie der Manipulation der Libor-Zinsen zugewiesen wird.
Intern hat die Bank die für den Bonus-Streit relevanten Skandale weitgehend aufgearbeitet. Allerdings wird weiterhin extern geprüft. So hat das amerikanische FBI Anfang Dezember Bankmitarbeiter in London zu dem Vorwurf befragt, dass sich die Deutsche Bank an Geldwäsche in großem Stil in Russland beteiligt haben soll - noch in der Ära Achleitner. Ob Vorstände, etwa weil sie Kontrollpflichten verletzt haben, mitverantwortlich für den Fall sind, ist aus Sicht externer Ermittler offenbar nicht abschließend geklärt.
Achleitner steckt in einem Dilemma: Kann er einzelnen Vorständen nicht konkrete Verfehlungen nachweisen, muss er auf ein Organisationsversagen des Vorstands insgesamt abstellen, um die Auszahlung der Boni verweigern zu können. Das halten die Betroffenen für unzureichend. Zudem hatte Achleitner selbst im Jahr 2012 den Vorstand in Sachen Libor von Mitverantwortung freigesprochen, noch ehe die Untersuchung der Finanzaufsicht BaFin dazu abgeschlossen war. Später rügte ihn die BaFin dafür.