Deutsche Bank streicht 3000 Stellen - DER SPIEGEL
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Sparprogramm Deutsche Bank streicht weniger Stellen als geplant

Die Deutsche Bank baut in Deutschland Tausende Arbeitsplätze ab. Über weitere Stellenstreichungen wird mit dem Betriebsrat verhandelt. Zudem sollen 188 Filialen geschlossen werden.
Filiale der Deutschen Bank in Berlin
Filiale der Deutschen Bank in Berlin

Filiale der Deutschen Bank in Berlin

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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Gut ein Viertel der Filialen in Deutschland will die Deutsche Bank schließen. Zudem streicht das Geldhaus in seinem Heimatmarkt knapp 3000 Vollzeitstellen. Darauf verständigte sich das Management nach monatelangen Verhandlungen mit dem Betriebsrat, teilte die Bank in Frankfurt mit. Über die Streichung von 1000 weiteren Stellen in anderen Bereichen wird noch verhandelt.

Die Zahl der Filialen wird demnach von 723 auf 535 verringert. Vor allem in Ballungsräumen will Deutschlands größtes Geldhaus sein Filialnetz ausdünnen. Das Institut will zudem sieben Beratungscenter einrichten, die über die klassischen Öffnungszeiten hinaus für Kunden erreichbar sein sollen - vermutlich auch an einem Tag am Wochenende.

Das seit knapp einem Jahr amtierende Management um Konzernchef John Cryan will die Bank mit dem Sparprogramm wieder erfolgreich machen. 2015 hatte der Dax-Konzern einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro gemacht.

"Dieser Abbau ist schmerzlich, denn dahinter stehen viele Einzelschicksale", schrieb Cryan an die Mitarbeiter. "Aber wir müssen unsere Kosten senken und dabei gleichzeitig unsere Arbeit neu organisieren."

Weniger Stellen gestrichen als geplant

Die Bank wollte ursprünglich auf noch mehr Filialen verzichten, nur rund 500 Standorte sollten bleiben. Nach monatelangen Verhandlungen mit dem Betriebsrat haben sich die Parteien aber auf eine höhere Zahl verständigt. Welche Filialen genau betroffen sind, erfahren die Mitarbeiter spätestens am Freitag. Die ersten Standorte sollen Ende dieses Jahres geschlossen werden, der größte Teil jedoch erst im ersten Halbjahr 2017.

Cryan hatte im Oktober angekündigt, konzernweit 9000 Stellen zu streichen, davon 4000 im Inland. Mit dem Betriebsrat geeinigt hat sich die Bank nun auf den Abbau von 3000 Stellen in Deutschland - nicht nur im Privat- und Firmenkundengeschäft, auch in der Transaktionsbank, der Vermögensverwaltung und dem Finanz- und Servicebereich.

Der Konzernbetriebsrat teilte mit, er stehe dem Stellen- und Filialabbau weiterhin skeptisch gegenüber. Es sei aber gelungen, Härten für die Mitarbeiter abzumildern.

In der Privatkundensparte fielen rund 300 Arbeitsplätze weniger weg als geplant, auch in den anderen Bereichen falle der Abbau geringer aus. 200 Arbeitsplätze würden nicht nach Warschau verlagert, sondern verblieben im Inland. Das Management habe zugesichert, Kündigungen "wenn irgend möglich" zu vermeiden. "Wir hätten uns gewünscht, dass der Umbau in einem moderateren Prozess über längere Zeit hätte gestreckt werden können", schrieb Gesamtbetriebsratschef Alfred Herling.

brt/Reuters/dpa

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