Deutsche Industrie überrascht mit Auftragsplus - DER SPIEGEL
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Konjunktur Deutsche Industrie überrascht mit Auftragsplus

Gute Zahlen aus der deutschen Industrie: Die Firmen haben im April überraschend viele Aufträge erhalten. Es ist der kräftigste Anstieg seit einem halben Jahr.
Güterrangierbahnhof Maschen (Archivbild): Mehr Bestellungen aus der Eurozone
Güterrangierbahnhof Maschen (Archivbild): Mehr Bestellungen aus der Eurozone

Güterrangierbahnhof Maschen (Archivbild): Mehr Bestellungen aus der Eurozone

Foto: Christian Charisius/ dpa
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Die Nachfrage aus der Eurozone entwickelt sich prächtig. Die deutsche Industrie hat im April daher ihre Aufträge fast dreimal so kräftig gesteigert wie erwartet. Die Bestellungen legten um 1,4 Prozent zum Vormonat zu, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Es ist der kräftigste Anstieg seit einem halben Jahr. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Zuwachs um 0,5 Prozent gerechnet. Zudem wurde der Anstieg im März nachträglich um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent angehoben, heißt es in der Mitteilung .

Der Zuwachs ist allein auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen: Die Exportaufträge nahmen um 5,5 Prozent zu. Dafür sorgten vor allem die Bestellungen aus der Eurozone, die um 6,8 Prozent zunahmen. Dorthin gehen knapp 40 Prozent der deutschen Exporte. Die Aufträge aus Deutschland schrumpften hingegen um 3,8 Prozent, nachdem es im März noch ein deutliches Plus gegeben hatte.

Das Bundeswirtschaftsministerium erwartet eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. "Von der anziehenden Konjunktur im Euroraum sind zusätzliche Impulse zu erwarten", hieß es angesichts der Erholung in Ländern wie Spanien und Irland. "Die Industriekonjunktur dürfte daher wieder stärker Tritt fassen." Die Aufträge übertrafen im April das Niveau vom ersten Quartal um 1,7 Prozent.

Bundesbank hebt Wachstumsprognose an

Im Hinblick auf die künftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft gibt sich auch die Bundesbank deutlich zuversichtlicher. Für das laufende Jahr erwarten die Währungshüter eine Wachstumsrate von 1,7 Prozent, teilte die Bundesbank mit. Verglichen mit der jüngsten Prognose vom Dezember sind das 0,7 Prozentpunkte mehr.

Im kommenden Jahr wird ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 1,8 Prozent erwartet. Im Dezember hatte die Erwartung bei 1,6 Prozent gelegen. Die Erholung werde sowohl von der Binnennachfrage als auch von der Auslandsnachfrage getragen.

"Die Binnenwirtschaft profitiert dabei von der guten Arbeitsmarktlage und den kräftigen Einkommenszuwächsen," sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Zudem dürfte die Weltwirtschaft wieder an Schwung gewinnen.

Die robuste Konjunktur werde nach Einschätzung der Bundesbank auch künftig Reserven am Arbeitsmarkt mobilisieren. Daher werden die Löhne der Prognose zufolge "mittelfristig verstärkt zulegen".

bos/dpa/Reuters