Trotz Tarifeinigung Post-Streik wirkt noch ein paar Tage nach
Post-Fahrzeuge: Priorisierungen nur in "absoluten Ausnahmefällen"
Foto: MICHAEL DALDER/ REUTERSAuch nach dem Ende des Streikes bei der Deutschen Post müssen Verbraucher und Unternehmen noch mit Verzögerungen bei der Zustellung rechnen. Bis alle liegen gebliebenen Briefe und Pakete bei ihren Empfängern eintreffen würden, könnten noch "ein paar Tage" vergehen, räumte ein Post-Sprecher am Montag ein. In einigen Regionen sei die Aufarbeitung der Sendungen schon abgeschlossen. In anderen Regionen, wo die Streikbeteiligung höher gewesen sei, könnte es dagegen noch einige Tage dauern.
Die Post könne bei der Zustellung wegen des Briefgeheimnisses nicht zwischen wichtigen und weniger wichtigen Sendungen unterscheiden, sagte der Sprecher weiter. Nur in "absoluten Ausnahmefällen" könnten Sendungen priorisiert werden.
Die Post und die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hatten sich am Sonntag nach einem dreitägigen Verhandlungsmarathon auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Vorausgegangen war ein einmonatiger Dauerstreik.
Für die Post-Beschäftigten bedeutet die Einigung neben einem Gehaltszuwachs vor allem umfassende Job-Garantien: Der eigentlich am Ende dieses Jahres auslaufende Schutz vor betriebsbedingten Beendigungs- und Änderungskündigungen wird um vier Jahre bis Ende 2019 verlängert. Außerdem wird der Verbleib von Brief- und Verbundzustellung im Bonner Konzern für drei Jahre bis Ende 2018 garantiert.
Beim Knackpunkt der Verhandlungen, den umstrittenen DHL-Delivery-Gesellschaften, vereinbarten beide Seiten einen Kompromiss. Die von der Post zum Jahresbeginn neu gegründeten und wegen der niedrigeren Löhne von Ver.di abgelehnten Gesellschaften bleiben. Allerdings bleiben die laut Post 7600 Paketzusteller des Konzerns dauerhaft bei der Post.