Drittgrößte Fluggesellschaft British Airways und Iberia fusionieren
British Airways: Die Fluglinie machte im ersten Halbjahr mehr als 300 Millionen Euro Verlust
Foto: SUZANNE PLUNKETT/ REUTERSMadrid/London - Die Branchenkrise führt zu immer neuen Fusionen: British Airways (BA) und die spanische Iberia schließen sich zur drittgrößten Fluggesellschaft der Welt zusammen - nach Air France-KLM und Lufthansa . Beide Partner einigten sich am Donnerstag nach Verhandlungen von 16 Monaten auf eine Fusion im Volumen von insgesamt knapp fünf Milliarden Euro.
Die Bündelung der Kräfte werde dem neuen Konzern im Wettbewerb mit Rivalen und bei der Konsolidierung der Branche Vorteile verschaffen, erklärten die Konzerne. BA ist besonders stark auf Routen nach Nordamerika, Iberia auf Strecken nach Lateinamerika. Mit insgesamt 419 Flugzeugen fliegt der neue Gigant 205 Ziele an.
Beide Airlines stehen in Folge der Wirtschaftskrise massiv unter Druck. BA hatte erst vor einer Woche einen Halbjahresverlust vor Steuern von 292 Millionen Pfund (323 Millionen Euro) verkündet. Auch Iberia schrieb im ersten Halbjahr 2009 mit einem Minus von rund 165 Millionen Euro tiefrote Zahlen.
Fusion soll Ende 2010 abgeschlossen sein
Weil weltweit nahezu alle Airlines ähnliche Probleme wie die beiden Fusionspartner haben, befindet sich die Branche in einer Phase der Konsolidierung. Die Deutsche Lufthansa hat erst vor kurzem die Konkurrenten Brussels Airlines und Austrian Airlines übernommen.
Der Zusammenschluss mit BA soll nach Iberia-Angaben beiden Partnern Einsparungen von jährlich 400 Millionen Euro ermöglichen. Die Briten werden künftig 55 Prozent an dem neuen Konzern halten und die Spanier 45 Prozent. Aufsichtsratschef soll Antonio Vazquez von Iberia werden, während Willie Walsh von BA den Posten des Unternehmenschefs (CEO) erhält. Die Fusion solle Ende 2010 abgeschlossen sein.
Der Jahresumsatz beider Konzerne belief sich zuletzt auf rund 15 Milliarden Euro. Daran gemessen ist der neue Konzern die neue Nummer Drei der Branche. 2008 transportierten BA und Iberia nach eigenen Angaben insgesamt 62 Millionen Passagiere.
Anleger setzen offenbar große Hoffnungen auf den Zusammenschluss: Als sich die Einigung abzeichnete, legten BA-Aktien in London zeitweise um mehr als sieben Prozent zu, Iberia-Titel in Madrid rund zehn Prozent.