Einigung mit Gazprom E.on verdreifacht Gewinn
Düsseldorf - Der größte deutsche Energieerzeuger profitiert von niedrigeren Gaspreisen. Wegen der verbesserten Konditionen beim Bezug vom russischen Staatskonzern Gazprom steigert E.on seinen Gewinn im ersten Halbjahr von rund 900 Millionen Euro auf etwa 3,3 Milliarden Euro. Das teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit.
Ein weiterer Grund für das bessere Ergebnis ist der Wegfall von einmaligen Belastungen aus dem Atomkraftausstieg. Der Energieversorger bestätigte zudem die Anfang Juli angehobenen Gewinnprognosen. Am Aktienmarkt wurden die überraschend vorgelegten Zahlen positiv aufgenommen.
E.on bezieht nach langem Tauziehen billigeres Erdgas vom russischen Lieferanten Gazprom. Der mehr als zwei Jahre andauernde Streit über Preisanpassungen bei den langfristigen Gasverträgen war Anfang Juli beendet worden. Die Einigung mit Gazprom beinhaltet eine rückwirkende Anpassung der Preiskonditionen seit dem vierten Quartal 2010.
Der deutsche Strom- und Gasriese war durch den Preisverfall auf den Gasmärkten in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Bei seinen langfristigen Bezugsverträgen waren feste, an der Entwicklung der Ölpreise orientierte Preise vereinbart worden. Die waren nun nicht mehr wettbewerbsfähig. Mit jedem Kubikmeter verkauften Gases verlor E.on Geld.
Da sich das Unternehmen den überwiegenden Teil seines Gasbezugs über langfristige Verträge gesichert hat, waren die niedrigeren Preise im Ferngasgeschäft so wichtig. 2011 hatte die Sparte 700 Millionen Euro durch die ungünstigen Verträge verloren. Seit der Einigung kann E.on in dem Geschäft wieder Geld verdienen. Vielen europäischen Versorgern machen die starren Gaslieferverträge mit den Russen zu schaffen. Beim E.on-Wettbewerber RWE gibt es bisher noch keine Lösung.